Montag, 13. April 2026

„Wir mussten ein ganzes Buch lesen!“

F
ast ein Drittel: 32 Prozent. Für so viele Rheinland-Pfälzer war das Thema Bildung bei der diesjährigen Landtagswahl wahlentscheidend. In Baden-Württemberg waren es „nur“ 19 Prozent gewesen. Daran, dass den Deutschen heftig auf den Nägeln brennt, was ihre Kinder und Enkel in der Schule lernen (und was nicht), kann kein Zweifel bestehen.
Doch was lernen sie eigentlich? Und was nicht? Dass es um die Bildung in deutschen Landen nicht zum Besten bestellt ist, legen die regelmäßig erhobenen Daten der Pisa-Studie nahe. Die Befunde sind weder im internationalen noch im chronologischen Vergleich schmeichelhaft. Die Daten der letzten Erhebung 2025 harren noch der Veröffentlichung. Ob sie besser sein werden als zuletzt, weiß noch kein Mensch, aber die Metrik der 2022er Studie war niederschmetternd.

Montag, 6. April 2026

Riccardo Bonfranchi: Inklusion ist eine Illusion

"Nach bayerischem Schulrecht, dem auch die Schulgesetze der anderen Bundesländer in diesem Punkt entsprechen, gehören die „Förderschulen bzw. Sonderschulen“ wie die Regelschulen (Grundschule, Volksschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium) zu den „allgemeinbildenden Schulen“ (Dirnaichner/Weigl 2009). Sie sind „Schulen für Allgemeinbildung“. Demnach ist die Auslegung, wonach die Förderschulen nicht zum allgemeinem Schulsystem gehören, ebenso inkorrekt wie die damit verbundene Folgerung eines (künftig) totalen Ausschlusses spezieller Schulen aus dem System der „allgemeinbildenden Schulen“."

Prof. Otto Speck, 2019

Inklusion ist eine Illusion, meint der Schweizer Heipädagoge Dr. Riccardo Bonfranchi. Auch hier steuert die Bildungspolitik seit Jahren in eine falsche Richtung.

 

Josef Kraus, Deutschlands bekanntester Bildungskritiker, im Gespräch

Sonntag, 22. März 2026

„Gymnasien sind die neuen Hauptschulen“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“. 

Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.