Montag, 6. April 2026

Riccardo Bonfranchi: Inklusion ist eine Illusion

"Nach bayerischem Schulrecht, dem auch die Schulgesetze der anderen Bundesländer in diesem Punkt entsprechen, gehören die „Förderschulen bzw. Sonderschulen“ wie die Regelschulen (Grundschule, Volksschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium) zu den „allgemeinbildenden Schulen“ (Dirnaichner/Weigl 2009). Sie sind „Schulen für Allgemeinbildung“. Demnach ist die Auslegung, wonach die Förderschulen nicht zum allgemeinem Schulsystem gehören, ebenso inkorrekt wie die damit verbundene Folgerung eines (künftig) totalen Ausschlusses spezieller Schulen aus dem System der „allgemeinbildenden Schulen“."

Prof. Otto Speck, 2019

Inklusion ist eine Illusion, meint der Schweizer Heipädagoge Dr. Riccardo Bonfranchi. Auch hier steuert die Bildungspolitik seit Jahren in eine falsche Richtung.

 

Josef Kraus, Deutschlands bekanntester Bildungskritiker, im Gespräch

Sonntag, 22. März 2026

„Gymnasien sind die neuen Hauptschulen“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“. 

Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.

Freitag, 6. März 2026

Was machen PISA-Sieger anders?

In diesem Interview beleuchtet der Lehrer und Bildungsjournalist Alexander Brand die Erfolgsfaktoren führender Schulsysteme aus Finnland, Estland, Japan und Singapur. Basierend auf seiner mehrmonatigen Hospitation an rund 30 Schulen erklärt er, dass gezielte Förderung ohne Diagnosen und hohe Leistungserwartungen entscheidend für den Lernerfolg sind. Während er die Digitalisierung in Estland als Mittel zum Zweck beschreibt, warnt er am Beispiel Finnlands vor einer Überbetonung offener Lernlandschaften ohne ausreichendes Fachwissen. Ein zentraler Aspekt ist zudem die Professionalisierung der Lehrkräfte in Singapur durch intensive Teamarbeit und didaktischen Austausch. Brand plädiert abschließend dafür, in Deutschland die frühzeitige Diagnostik zu stärken und die Unterrichtsqualität konsequent an wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten.