Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“.
Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.

