Dienstag, 22. September 2026

Umbau des Schulsystems - Wenn Lehrer nur noch Lernbegleiter sind

Margret Rasfeld sagt, das Schwerste sei es, die Haltung der Lehrer zu verändern. „Sie haben in ihrer Ausbildung gelernt, zu belehren, zu bewerten, zu disziplinieren. Jetzt sollen sie auf einmal begleiten, vertrauen, nicht mehr ergebnis-, sondern prozessorientiert denken.“ Das erfordere einen inneren Haltungswandel. Aber es gebe heute tolle Fortbildungsformate, vom Lehrer zum Lernbegleiter.

Donnerstag, 17. September 2026

„Müssen lernen, ihr Gehirn zu benutzen“: Mathelehrer sorgt sich um Fähigkeiten der Schüler

Hamburg
– „Warum müssen wir das überhaupt noch lernen? Mit Künstlicher Intelligenz geht es doch sowieso schneller“, habe ein Schüler zu einer Lehrkraft gesagt. Im Onlineforum Reddit berichtet die Lehrkraft, die offenbar Mathematik unterrichtet, dass viele Jugendliche infrage stellen, warum sie Kopfrechnen oder das Rechnen mit dem Taschenrechner noch üben und beherrschen müssen.
Andere Lehrerinnen und Lehrer teilen in den Kommentaren des Beitrags, wie sie auf solche Fragen reagieren. Sie warnen die Jugendlichen, dass es mehr brauche, als Rechnungen einfach in einen KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini einzugeben. „Wenn KI euren Job machen kann, wird KI euch auch eines Tages ersetzen“, erzählte eine Lehrkraft ihren Schülern und Schülerinnen.

Mittwoch, 16. September 2026

„Nichtstun zu attraktiv“: Jobvermittlerin rechnet mit Azubi-Generation ab – Landrat zeigt Abgründe auf

Lieber Bürgergeld als Lehre: Die Mitarbeiterin eines Jobcenters schildert erschreckende Missstände. Sie fordert von der Politik, was ein SPD-Landrat bereits praktiziert.
Berlin/Nordhausen – Zehn Prozent der 20-bis 24-Jährigen in Deutschland haben weder eine Lehrstelle noch Arbeit – das gab das Statistische Bundesamt vor wenigen Wochen bekannt. Innerhalb von vier Jahren ist der Wert der erwerbslosen jungen Leute rasant gestiegen: 2022 hatten 8,8 Prozent weder Job noch Lehrstelle, jetzt sind es bereits zehn Prozent. Immer mehr Jugendlichen gelinge der Übergang von Schule in Ausbildung und von Ausbildung in Arbeit nicht mehr, lauten die Warnungen.

Dienstag, 15. September 2026

Schule am Abgrund

Lehren aus PISA: „In Estland muss ich jeden Monat ein anspruchsvolles Buch lesen“

Alexander Brand, Jahrgang 1995, ist Lehrer an einer Hamburger Stadtteilschule und Bildungsjournalist. Bei Beltz erschien in diesem Jahr sein Buch „Die Bildungsweltmeister. Eine Reise zu den besten Schulen der Welt und was wir von ihnen lernen können“.

In dem Buch „Die Bildungsweltmeister“ beschreiben Sie Ihre Schulbesuche in vier Ländern, die immer wieder als PISA-Vorbilder genannt werden. Haben diese Länder in der gerade veröffentlichten PISA-Studie ihr Niveau halten können?
Singapur und Japan spielen in der aktuellen Studie immer noch ganz oben mit, und Estland ist Europasieger geworden. Finnland hat sich verschlechtert, diese Entwicklung zeichnete sich schon länger ab – wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern auch.

Samstag, 12. September 2026

„Viele Studierberechtigte sind nicht studierfähig; viele Azubis sind nicht ausbildungsreif.“

 Als im Jahr 2001 die Ergebnisse der ersten PISA‑Studie vorgestellt wurden, war bundesweit vom „PISA-Schock“ die Rede. Die einst so stolze Bildungsnation Deutschland am Ende? 25 Jahre später ist es eher schlimmer als besser geworden, glaubt man den aktuellen Ergebnissen der neuesten PISA‑Erhebung. Lesen, Rechnen, Naturwissenschaften: Nie schnitten die getesteten Fünfzehnjährigen schlechter ab. Den ehemaligen Lehrerpräsidenten Josef Kraus überrascht das nicht. Er sieht auch einen Grund in gescheiterter Integrationspolitik. Die Bildungsministerin sieht es anders.