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Donnerstag, 2. Juli 2026

Einser-Wunder an Bayerns Gymnasien

München
– Am vergangenen Freitag herrschte an den bayerischen Gymnasien Jubelstimmung. Die Abiturzeugnisse wurden verliehen, an vielen Schulen gab es die besten Schnitte der Geschichte. 2,12 ist die neue Bestmarke am Gymnasium Geretsried, 2,0 die am Anne-Frank-Gymnasium Erding, 2,02 die am Gymnasium Schongau, sogar 1,91 waren es am Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching. Es hagelte Einser-Abiture. Neun von 96 Abiturienten in Unterhaching schafften die Traumnote 1,0. Am Viscardi-Gymnasium Fürstenfeldbruck hat fast jeder Zweite eine 1 vor dem Komma, die Schulleiterin staunte: Das toppe „alles bisher Erreichte“. Am Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien am Chiemsee schlossen 20 der 87 Abiturienten besser als 1,5 ab, sechs davon mit 1,0. 

Sonntag, 16. November 2025

„Kinder sind vollkommen orientierungslos“

Jonas Schreiber ist 30 Jahre alt, Realschullehrer im Großraum München und unterrichtet die Fächer Sport, Wirtschaft und IT. Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge war er viele Jahre Jugendtrainer im Leistungsfußball – Erfahrungen, die sein Verständnis von Disziplin, Verantwortung und Leistungsbereitschaft prägen. Mit seinem Buch „Realtalk: Lehreralltag“ – versehen mit einem Vorwort des Tübinger Bürgermeisters Boris Palmer – will er auf Missstände im deutschen Bildungssystem aufmerksam machen, ohne den Lehrerberuf zu diskreditieren. 
Im Gespräch mit Jasmin Kosubek spricht Jonas Schreiber über den Verlust von Leistungsprinzip und Werteorientierung in Schulen, über Eltern, die nicht mehr erziehen wollen, und über eine Generation von Schülern, die täglich bis zu acht Stunden am Handy hängt. Er kritisiert eine Bildungspolitik, die Verantwortung verlagert und beschreibt eine Realität, in der Anstrengung oft weniger zählt als Befindlichkeit. Es geht um Migration, Identität und Neutralität im Klassenzimmer, um überforderte Familien, taktische LRS-Diagnosen und das absurde System „Wir passen uns nach unten an“.

 

Samstag, 13. September 2025

Radikale Bildungswende in Bayern: Grundschulen schaffen Schreibschrift ab

Seit Jahrzehnten quälen sich Bayerns Grundschüler durch Druckschrift und Schreibschrift. Doch das könnte bald Geschichte sein – ein revolutionärer Schritt. München – Bislang müssen Bayerns Erstklässler erst Druckschrift pauken, dann gegen Ende der ersten Klasse kommt die verbundene Schreibschrift dazu. Das bedeutet: Jeder Buchstabe muss in vier Varianten gelernt werden – Groß- und Kleinbuchstaben sowohl in Druck- als auch in Schreibschrift. Dazu kommen unzählige Verbindungsmöglichkeiten zwischen den Buchstaben. 
Grundschüler lernen vier verschiedene Buchstaben-Varianten pro Zeichen – das verwirrt. Neue Studien beweisen: Schreibschrift bremst Kinder aus, statt zu helfen. 43 Schulen testen bereits eine völlig andere Methode - mit verblüffenden Ergebnissen. 

Dienstag, 15. April 2025

"Skandal" in Bayern - Rechtschreibung wird benotet

Seit diesem Schuljahr wird an Bayerns Schulen in allen Fächern auch die Rechtschreibung bewertet - wie stark, hängt allerdings vom einzelnen Lehrer ab. Das führt in manchen Familien kurz vor den Übertrittszeugnissen zu blanken Nerven. 

Wenn es auf jeden Punkt ankommt 
„Zähle drei weitere Kinderrechte auf“, lautet die Aufgabe in dieser Probe in einer vierten Klasse irgendwo in Oberbayern. Darunter steht in königsblauer Füllertinte, kindlich geschwungen: „Recht Elterliche führsorge, Recht auf gehwahltfreie Erziung, Recht auf Spiel und Freihzeit“. Daneben, darüber und dazwischen hat die Lehrkraft in Kugelschreiber-Rot zackige Fehlerzeichen, Pfeile für falsche Groß- oder Kleinschreibung gemalt und einen Blitz, versehen mit dem „RS“ für Rechtschreibung. Punktabzug. Zwei Punkte können die Viertklässler bekommen, wenn sie Fachbegriffe richtig schreiben und in ganzen Sätzen die Fragen beantworten, so steht es oben auf dem Test. 

Donnerstag, 20. März 2025

Ex-Lehrerpräsident Kraus: „Wir haben unser Bildungssystem selbst kaputt gemacht“

Josef Kraus war 30 Jahre lang Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Er weiß um die Fehler im deutschen Bildungssystem und sagt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau: „Die Ansprüche sind stark gesunken.“ Das hänge auch mit falschen Schlüssen aus den Pisa-Studien zusammen. „Manche sind geradezu besoffen von Pisa-Ergebnissen“, sagt Kraus, der gerne auch vom „Pisa-Schwindel“ spricht und bei Jugendlichen einen „geografischen und historischen Analphabetismus“ beobachtet. Was meint er damit? 

Dienstag, 3. September 2024

Bloß keine Kritik! Rasenmäher-Eltern ziehen verweichlichte Jugendliche heran

Es ist traurig, wenn die Schönwettergesellschaft einer reichen Gemeinde einem Fußball-Weltmeister vorschreiben will, wie er ihre Kinder trainieren soll. Kein Wunder, also dass Matthäus hingeschmissen hat. Er tat gut daran. Denn seine Kritik offenbart, was schiefläuft bei der Erziehung. Kennen Sie Grünwald? Nein? Dann leben Sie – im Gegensatz zu mir – nicht in Bayern. Was nicht schlimm ist, so ist es nicht gemeint. Verpasst haben Sie ohnehin nichts. 

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Nach Pisa-Katastrophe - Deutsche fordern Hauptschule zurück

Einer INSA-Umfrage zufolge wünschen sich 57,6 Prozent der Befragten die Hauptschule für ganz Deutschland zurück. Nur 19,8 Prozent sind dagegen. Die „Bild“ berichtet, einer INSA-Umfrage zufolge forderten 57,6 Prozent der Befragten die bundesweite Wiedereinführung der Hauptschule. Die Pisa-Katastrophe der letzten Jahre zeige, dass „Experimente mit den Schulformen“ dem Land schadeten. 

Montag, 12. Dezember 2022

Grundschüler-Versagen zwingt uns zu Rückbesinnung auf erfolgreiche Lernmethoden

In allen Bundesländern sind die Leistungen der Grundschüler zurückgegangen. Es ist Zeit für eine Rückbesinnung auf erfolgreiche Lernmethoden. Die Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) über die Leistungen unserer Grundschüler in Mathematik und Deutsch (2021) hat alarmierende Befunde gebracht. In allen 16 Bundesländern sind die Leistungen gegenüber den Testergebnissen von 2011 (in Rechtschreibung: 2016) zurückgegangen. Alarmierend ist vor allem, dass die Zahl leistungsstarker Schüler genauso abgenommen hat wie die die Zahl derer, die den Regelstandard erreichen. Bayern und Sachsen behaupten zwar weiterhin die Spitze, allerdings haben sich auch in diesen Ländern die Schülerleistungen verschlechtert. Die Rote Laterne teilen sich wie schon in den Vorjahren Bremen und Berlin. Zu den beiden notorischen Verliererländern gesellt sich neuerdings Brandenburg. Seine Schüler sind auf den Leistungsstand der beiden Schlusslichter abgesunken. 
Wie krass das Versagen der Grundschüler ist, zeigen die Ergebnisse in Rechtschreibung. In Bremen erreichen 42,0 Prozent der Schüler nicht den Mindeststandard, in Berlin sind es 46,1 Prozent und in Brandenburg 45,7 Prozent. Der Mindeststandard in Orthografie markiert die Scheidelinie zum Analphabetismus. 

Dienstag, 21. Januar 2020

Lehramts-Studentin "packt aus": Ein Job mit 168 Stunden pro Woche – mit mir nicht!

Liebe Leserinnen und Leser,

bevor Sie sich der Lektüre dieser Mischung aus "Undercover-Reportage" und Selbstbemit-leidung einer NRW-Referendarin in Bayern hingeben, noch zwei Funfacts am Rande:
  1. Bayern ist das einzige Bundesland, das keine Quereinsteiger braucht, um seinen Lehrerbedarf zu decken (in NRW dürfen sogar Bachelorstudenten, also nicht mal halbfertige Lehramtsstudenten, als Lehrer arbeiten!)
  2. Bayrische Schüler liegen bei Leistungsvergleichen der Bundesländer stets in der Spitzengruppe (NRW pendelt zwischen Mittelmaß und roter Laterne!)
Insofern sagt der erste Satz des folgenden Textes ironischer Weise eigentlich schon alles...

"Wie kann es sein, dass Sie an einem bayerischen Gymnasium unterrichten dürfen? Sie haben doch nicht einmal ein Staatsexamen!“ Das war der erste Satz, den mein Fachbetreuer sagte, als wir meine erste Unterrichtsstunde besprechen wollten. Ich könne mit meinem Master doch nicht qualifiziert sein, meinte er: Mir fehlten schließlich die pädagogischen Studienanteile! Irgendwann ging mir auf, dass der Herr Studiendirektor anscheinend nicht wusste, dass das Lehramtsstudium außerhalb Bayerns mit einem Master abschließt. Wer in Bayern Lehrer werden möchte, dort aber nicht studiert hat, steht vor einigen Hürden: Er oder sie muss sämtliche Zeugnisse anerkennen lassen und natürlich die Formulare mit der fett gedruckten Überschrift „Außerbayerischer Bewerber“ ausfüllen. Ob die Examensnote dann später heruntergerechnet wird, hat mir seitens des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus niemand mitgeteilt; mein Betreuer indes war sich dessen sicher. 

Donnerstag, 6. April 2017

Bayern kehrt zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurück

München - Bayern kehrt zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurück. Mit dieser Entscheidung haben die CSU-Landtagsfraktion und die Staatsregierung am Mittwoch einen Schlussstrich unter jahrelange Diskussionen und teils heftigen internen Streit gezogen. Start der Reform soll zum Schuljahr 2018/19 sein, für die Klassenstufen fünf und sechs. Die jetzigen Viertklässler, die in diesem Herbst aufs Gymnasium wechseln, werden also der erste Jahrgang des neuen G9 sein. Schüler sollen aber die Möglichkeit haben, die elfte Klasse auszulassen und weiterhin in acht Jahren zum Abitur zu kommen.