„Das hier war für mich die Hölle“, sagt die 64-Jährige als sie zur Mittelschule Reichenbach blickt. Hier wollte die Frau, die einst Archäologie und Kunstgeschichte studiert hatte, eigentlich ihren großen Traum verwirklichen: Lehrerin werden, Kunst und Deutsch unterrichten und die letzten beiden Jahre vor der Rente etwas wirklich Sinnvolles tun. Monate später bleibt nur Verbitterung.
Der Wirtschaft fehlen die geeigneten Lehrlinge, an den Universitäten stapeln sich die Studenten - was läuft schief im Land der Dichter und Denker?
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Donnerstag, 4. April 2024
Montag, 30. Dezember 2019
Verbrechen an den Kindern? Streit um Quereinsteiger an Schulen
Der Deutsche Lehrerverband hat eine unzureichende Qualifizierung von Quereinsteigern an Schulen scharf kritisiert. Diese sei „ein Verbrechen an den Kindern“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der „Welt“ (Montag). „Innerhalb von zwei Wochen Uni-Absolventen, die noch nie etwas von Pädagogik und Didaktik gehört haben, per Crashkurs zur Grundschullehrkraft auszubilden, das ist doch absurd.“ Das zeige, wie gering die notwendige Berufsprofessionalität von der Politik geschätzt werde.
Das Bundesbildungsministerium verwies am Montag auf die Zuständigkeit der 16 Bundesländer. Tatsächlich ist die Lage dort sehr unterschiedlich. In ganz Deutschland gibt es aber einen großen Bedarf an Lehrern. Das Problem dürfte in den kommenden Jahren andauern. Gründe sind unter anderem Pensionierungen, steigende Geburtenzahlen und Zuwanderung.
Fachleute sind deswegen überzeugt, dass es ohne berufliche Umsteiger gar nicht gehe: „Auf mittlere Sicht werden wir in einigen Ländern nicht ohne Quereinsteiger auskommen“, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), der „Welt“: „Wir sind uns darüber bewusst, dass diese auch entsprechend qualifiziert werden müssen.“ Im kommenden Jahr würden daher alle Länder ihre Bemühungen „weiter verstärken“, Quereinsteiger gezielt fortzubilden und zu qualifizieren.
Freitag, 22. März 2019
Lehrermangel an jeder zweiten Schule in NRW
Düsseldorf. Die Not an den Schulen scheint noch immer groß: Jede zweite ist von Lehrermangel betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter Schulleitungen, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) am Freitag in Düsseldorf vorgestellt hat. 55 Prozent der Schulleitungen bezeichneten den Mangel demnach als ihr größtes Problem. In NRW liegt der Wert bei 61 Prozent. Dies ist eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (64 Prozent in NRW, 57 Prozent im Bund). Allerdings gaben 60 Prozent der Schulleitungen in NRW bei einer anderen Frage an, an der eigenen Schule mit Lehrkräftemangel und unbesetzten Stellen „zu kämpfen zu haben“. 2018 waren es noch 44 Prozent. Im Bund lagen die Werte bei 50 (2019) und 36 Prozent (2018).
Der Lehrermangel führe vor allem zur Einstellung von Seiteneinsteigern. 45 Prozent der befragten Schulleitungen in Deutschland sind auf sie angewiesen. In NRW sind es 58 Prozent (plus fünf Punkte). Zwei von drei Schulleitungen gaben an, dass die Seiteneinsteiger nicht angemessen qualifiziert werden.
Sonntag, 2. September 2018
Zurück in die Schule
Der neue Hund hat ins Wohnzimmer gepinkelt. Gestern war meine erste Reitstunde. Mama und Papa streiten sich viel. Das Zutrauen der Kinder hat Martin Pesch am meisten überrascht. „Die haben mir direkt alles erzählt und waren vom ersten Tag an total offen zu mir.“ Dieser Tag war der 1. Juni. Ein Freitag. Und Martin Peschs erster Tag in seinem neuen Job, als Lehrer an der Grundschule. Eigentlich ist er Diplom-Sportwissenschaftler, spezialisiert auf die betriebliche Gesundheitsförderung von Mitarbeitern großer Unternehmen. Jetzt soll er Kindern Spaß an Bewegung vermitteln. Martin Pesch ist einer von vielen, die das Loch kitten sollen, das in der Grundschullandschaft klafft.
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