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Donnerstag, 11. Juni 2026

Klare Ansagen fördern die Hilfsbereitschaft bei Kindern stärker als lange Erklärungen

Viele Eltern wollen keine kleinen Befehlsempfänger erziehen. Kinder sollen verstehen, warum Mithilfe wichtig ist, und nicht nur reagieren, weil Erwachsene etwas sagen. Deshalb setzen viele im Alltag auf Erklärungen, Lob und freundliche Bitten.

Doch diese gut gemeinte Strategie bringt bei sehr kleinen Kindern offenbar nicht immer den gewünschten Effekt. Eine Studie der Durham University im Fachjournal „Developmental Psychology” deutet darauf hin, dass Hilfsbereitschaft bei Kindern stärker mit klaren und direkten Aufforderungen zusammenhängt als mit langem Zureden. Entscheidend scheint weniger die ausführliche Begründung zu sein, sondern eine einfache Ansage, die Kinder sofort verstehen.

Donnerstag, 30. April 2026

„Tyrann großgezogen“: Mutter scheitert an beliebtem Erziehungskonzept

Hamburg
– Bedürfnisorientierte Erziehung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Trend entwickelt. In Blogs und auf Social Media teilen zahlreiche Eltern ihre Erfahrungen mit dieser Methode. Doch nicht alle Berichte fallen positiv aus. Einige Mütter und Väter schildern, wie sie mit dem Konzept an ihre Grenzen geraten. Ein besonders drastischer Erfahrungsbericht stammt von einer alleinerziehenden Mutter, die sich im Online-Forum Reddit zu Wort meldete. Sie habe ihren Sohn ungewollt zu einem „kleinen Tyrannen großgezogen“, schreibt sie dort: „Ich habe das Gefühl, ich ziehe mir gerade ein kleines Arschloch groß – und dieser Satz tut mir schon beim Schreiben in der Seele weh.“

Sonntag, 22. März 2026

„Gymnasien sind die neuen Hauptschulen“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“. 

Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.

Donnerstag, 18. Dezember 2025

„Wenn ich das Klassenzimmer betrete, müssen alle Schüler aufstehen“

An flämischen Schulen gibt es ein Problem mit dem Verhalten der Schüler, sagen zwei Lehrerinnen dem Online-Magazin „Knack“. Sie schildern ihre unterschiedlichen Herangehensweisen, um die Situation im Klassenzimmer im Griff zu behalten. 

Lehrerin: „Kinder brauchen Disziplin und Struktur“

Montag, 8. Dezember 2025

Bedürfnisorientierte Erziehung – ein Irrweg

Die Dozentin Caroline Theiss sagt, wir müssen Kindern und Eltern wieder mehr zumuten. Dazu gehört auch eine grosse Frustrationstoleranz. Die bedürfnisorientierte Erziehung schwächt stattdessen die Kinder.

 

Montag, 3. November 2025

„Eine Drei ist doch eine gute Note!“

Frankfurt – „Ich bin fassungslos und entsetzt“, schreibt Adriana Petrosa unter ein TikTok-Video, in dem sie erzählt, dass sie heute einen Anruf von der Spanischlehrerin ihrer Tochter erhalten habe. Der Grund für den Anruf: Die Siebtklässlerin habe eine Drei im ersten Spanisch-Vokabeltest gehabt. Die Lehrerin habe ihr deswegen geraten, ihre Tochter in den Französischkurs wechseln zu lassen. Nicht nur wegen der Drei im Vokabeltest, sondern auch weil ihre Tochter in Mathematik und Deutsch auch eine Drei habe. Sie habe ihr gesagt, dass Kinder mit der Note Drei in Hauptfächern ihrer Erfahrung nach schnell dazu neigten, „Dinge aufzugeben und abzubrechen“. Im Französischkurs seien weniger Schüler, da könne ihr Kind doch besser betreut werden. 

Freitag, 22. August 2025

Aufnahmetest fürs Gymnasium? Verband dagegen

Der CDU-Vorschlag für Aufnahmetests an Gymnasien stößt beim Philologenverband Niedersachsen (PHVN) auf Ablehnung. Solche Tests brauche es aus Sicht des PHVN ebenso wenig wie ein verpflichtendes Grundschulgutachten, sagte der Vorsitzende Christoph Rabbow. Mit einer Hauptschulempfehlung aufs Gymnasium zu gehen, sei zwar schon bedenklich. Für diese Kinder gebe es geeignetere Schulformen als das Gymnasium. «Aber wenn jemand mit einer Realschulempfehlung sagt, ich probiere das mal aus, wie es da aussieht und ob ich damit klarkomme – ja, warum denn nicht?» Entscheidend bei der Wahl der weiterführenden Schule solle der Elternwille bleiben, sagte Rabbow. Darüber hinaus sei es wichtig, die Kinder in den Schuljahren Vier bis Sechs genau zu beobachten und sie dann, wo sinnvoll, auf eine passendere Schulform zu versetzen – und zwar in beide Richtungen. 

Donnerstag, 15. Mai 2025

Dramatische Lage an Schulen: „Nur noch 60 Prozent können rechnen und lesen“

Das Wohlbefinden von Kindern in Deutschland ist bedroht. Hierzulande geht es der jungen Generation spürbar schlechter als noch vor fünf Jahren. Laut UNICEF verschlechtern sich sowohl schulische Leistungen als auch die allgemeine Zufriedenheit – ein Trend, der sich durch alle sozialen Schichten zieht. Die Zahlen verdeutlichen, wie ernst die Lage ist. Der neue Bericht des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti vergleicht Daten aus 43 OECD- und EU-Ländern aus den Jahren 2018 und 2022. Deutschland rutscht im Ranking vom 14. auf den 25. Platz ab. Für betroffene Familien ist das mehr als eine Statistik. 

Donnerstag, 10. April 2025

Kann man Intelligenz messen - und was heißt das für die Schule?

Kennen Sie Ihren Intelligenzquotienten? Wer im Internet surft, wird hin und wieder auf Werbeeinblendungen für Teststoßen, mit denen dieser ermittelt werden soll. Aber was ist Intelligenz überhaupt? Lässt sie sich messen und vor allem, ist sie von früher Kindheit an in Stein gemeißelt. Elsbeth Stern war rund 20 Jahre lang Professorin für empirische Lehr- und Lernforschung an der ETH Zürich. Intelligenz lässt sich nicht einfach mal so schnell abschätzen, auch nicht zwingend von Lehrpersonen, selbst wenn diese eng mit Intelligenzkindern zusammenarbeiten. Darüber sprechen wir nun. 

Dienstag, 11. März 2025

Berlin: Verwaltungsgericht lehnt IQ-Test als Kriterium für Zulassung zum Gymnasium ab

Weil die Noten nicht reichten, wollte eine Berliner Schülerin mit einem IQ-Test beweisen, dass sie klug genug fürs Gymnasium ist. Das Gericht war anderer Meinung: Entscheidend ist, was auf dem Zeugnis steht. Das Gymnasium gilt als Schulform für die Elite, für die klügsten Köpfe, die talentiertesten Kinder. Doch Intelligenz allein reicht nicht aus, um eine Zulassung zu bekommen. Das hat jetzt das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden und den Antrag einer Schülerin abgewiesen (Az.: VG 3 L 66/25). 

Freitag, 7. März 2025

Petition gegen Probetag an Gymnasien: Berliner Vater wendet sich an Bildungssenatorin

Bereits seit einigen Wochen wird der Probetag für Berliner Kinder ohne Gymnasialempfehlung kontrovers diskutiert. Das Probejahr am Gymnasium zum Übergang von der Grund- zur Oberschule wird abgeschafft und durch einen Probeunterricht ersetzt. Nun richtet sich eine Petition eines Berliner Vaters, Christoph Podewils, gegen diesen Probetag. Der sogenannte „Probeunterricht“ sei „ein verantwortungsloses Experiment der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch auf dem Rücken von 1900 Kindern“, so die Beschreibung auf der Plattform „Openpetition“. 

Mittwoch, 26. Februar 2025

Bildungswunder in Baden-Württemberg - wie man aus 6 Prozent 51 macht

Wer darf aufs Gymnasium und wer nicht? Über die Frage ist in Baden-Württemberg zuletzt viel gestritten worden. Nachdem der neue Leistungstest "Kompass 4" Schlimmes befürchten ließ, haben die Grundschulen offenbar der Wirklichkeit ein Schnippchen geschlagen. Nach Angaben des Kultusministeriums hat nun mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg (51 Prozent) von ihren Lehrkräften eine Empfehlung für das erweiterte Niveau erhalten, sie können also auf ein Gymnasium wechseln. 24 Prozent bekamen demnach eine Empfehlung für das mittlere Niveau, also die Realschule oder die Gemeinschaftsschule. Ein Viertel (25 Prozent) bekam eine Empfehlung für das grundlegende Niveau, also die Hauptschule. 

Freitag, 24. Januar 2025

Umfrage: Gewalt an Schulen ist keine Ausnahme mehr

Zwei Drittel der Schulleiter berichten, dass die Gewalt an ihrer Schule gestiegen sei. Die Täter körperlicher Attacken sind meist Schüler, psychische Übergriffe üben vor allem Eltern aus. Zunehmend werden auch schulfremde Personen gewalttätig. Viele Schulbehörden versuchen, die Vorfälle unter den Teppich zu kehren. 
Gewalt an Schulen ist keine Ausnahme mehr – und zunehmend gehören Lehrer zu den Opfern. Das belegen neue Zahlen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Lehrerverbandes VBE geben 60 Prozent der Schulleiter an, dass die Gewalt an ihren Schulen in den vergangenen fünf Jahren gestiegen sei. Besonders häufig kommt sie an Haupt-, Real- und Gesamtschulen vor – hier sagten sogar 74 Prozent der Schulleiter, dass die Gewalt zunehme. Nicht nur Schüler unter sich werden gewalttätig, sondern sie greifen auch Lehrkräfte an.

Dienstag, 21. Januar 2025

Elterncoaching an der Realschule Bergneustadt

Wenn Grundschüler auf eine weiterführende Schule wechseln oder Schüler nach ihrem Abschluss eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnen, dann wird immer wieder deutlich, dass die Leistungen von heute nicht unbedingt mit den Leistungen vergangener Jahrgänge gleichzusetzen sind. Das ist eine Entwicklung, die man so auch an der Städtischen Realschule Bergneustadt wahrgenommen hat. „Wir können nicht mehr das machen, was wir noch vor einigen Jahren gemacht haben“, sagte Unterstufenkoordinatorin Barbara Spiller im Gespräch mit OA durchaus besorgt. 
Die Ursachen dafür sind vielfältig. „Die Schüler arbeiten immer unstrukturierter. Das Gewusel im Heft zeigt das Chaos im Kopf. Und oft können die Kinder nicht länger als zehn Minuten am Stück konzentriert arbeiten“, erklärte die Lehrerin. Verändert hätten sich auch die Elternhäuser. Viele Eltern seien berufstätig oder auch alleinerziehend.

Sonntag, 12. Januar 2025

Desaströse Ergebnisse im Mathetest beunruhigen Eltern

Die Macher des neuen Mathematik-Tests für Baden-Württembergs Viertklässler hatten offenbar damit gerechnet, dass viele Schülerinnen und Schüler vor Ende der Prüfungszeit alle Aufgaben lösen würden. Denn neben den Testfragen erhielten die Schüler ein Zusatzblatt mit einem Sudoku-Rätsel. Damit sollten sie sich die Zeit bis zum regulären Ende des 45-minütigen Tests vertreiben können. Doch zum Sudoku kamen die wenigsten, als Ende November 2024 landesweit knapp 100 000 Viertklässler den Test Kompass 4 schrieben. Überraschend viele scheiterten an den Aufgaben oder den Zeitvorgaben. Laut ersten Ergebnissen erreichten im Fach Mathematik nur sechs Prozent der Viertklässler das gymnasiale Leistungsniveau. Dabei lag die Übergangsquote aufs Gymnasium zuletzt bei etwa 44 Prozent. Und nun sagen die Stichproben, dass 86 Prozent lediglich auf Hauptschulniveau rechnen können und acht Prozent auf Realschullevel. 

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Schülervertretung und GEW berichten von Versagensängsten bei Viertklässlern

Weinende Kinder, Sorgentelefone: Viertklässler in Baden-Württemberg müssen für die verbindliche Grundschulempfehlung für das Gymnasium an neuen Tests teilnehmen. Der Landesschülerbeirat berichtet von »alarmierenden Zuständen«. 
Bereits nach den ersten Tests erreichten den Landesschülerbeirat von Baden-Württemberg nach eigenen Angaben »zahlreiche Berichte über alarmierende Zustände«: Grundschulkinder seien während der Tests in Tränen ausgebrochen, und Eltern und Lehrkräfte derart verzweifelt gewesen, dass Sorgentelefone eingerichtet worden seien. Auslöser für den Ärger ist die Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung fürs Gymnasium in Baden-Württemberg und der damit einhergehenden Tests.

Dienstag, 10. September 2024

Die Leistungen werden immer schlechter, die Noten immer besser

Das Gymnasium ist heute die beliebteste und erfolgreichste Schulform. In den Großstädten sind weit über 50 Prozent der Schulabgänger Abiturienten. Auch in meinem ländlich geprägten Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Bremen und Hamburg haben wir mittlerweile die 40-Prozent-Marke erreicht. Tatsache ist aber auch, dass die Leistungen immer schlechter und die Noten immer besser werden. Ein Paradox, das sich nur darauf zurückführen lässt, dass die Leistungsansprüche gesunken sind. Dies ist das Ergebnis eines langen gesellschaftlichen Prozesses, an dem Politik und Wirtschaft gleichermaßen beteiligt waren. 

Dienstag, 3. September 2024

Bloß keine Kritik! Rasenmäher-Eltern ziehen verweichlichte Jugendliche heran

Es ist traurig, wenn die Schönwettergesellschaft einer reichen Gemeinde einem Fußball-Weltmeister vorschreiben will, wie er ihre Kinder trainieren soll. Kein Wunder, also dass Matthäus hingeschmissen hat. Er tat gut daran. Denn seine Kritik offenbart, was schiefläuft bei der Erziehung. Kennen Sie Grünwald? Nein? Dann leben Sie – im Gegensatz zu mir – nicht in Bayern. Was nicht schlimm ist, so ist es nicht gemeint. Verpasst haben Sie ohnehin nichts. 

Donnerstag, 25. Juli 2024

Schulabbrecher-Zahl steigt spürbar – die Bildungsmisere unter Kretschmanns Ägide

Baden-Württemberg
beklagt seit Längerem das absackende Leistungsniveau seiner Schüler, doch ein Gegenlenken will der grün-schwarzen Landesregierung nicht recht gelingen. Die Ergebnisse regelmäßiger Vergleichstests bleiben alarmierend, was Leseverständnis, Sprachkompetenz oder mathematische Grundkenntnisse angeht. 
Und eine andere Entwicklung, auf die jetzt eine Datenanalyse des Südwestrundfunks (SWR) aufmerksam macht, gibt fast noch mehr Anlass zur Sorge: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ganz ohne Abschluss. Zwar ist das ein Trend, der seit 2013 bundesweit zu beobachten ist. Doch ausgerechnet das einstige „Schafferländle“ Baden-Württemberg liegt mittlerweile über Bundesdurchschnitt – ebenso wie das benachbarte Rheinland-Pfalz. 

Montag, 4. März 2024

Schulleiter packt aus - „Der Lehrer denkt sich: Bevor ich Ärger mit der Familie kriege, gebe ich eine Vier"

Der Pisa-Schock sitzt noch immer tief an Deutschland Schulen. Ein Schulleiter packt anonym über die Stimmung aus und benennt die Hauptprobleme: Die Behörden kommen mit überflüssigen Forderungen, die Eltern mit Anwälten und die Schüler zunehmend unerzogen. Und dann sind da auch noch lustlose, faule Lehrer ... 

FOCUS online: Für den Pisa-Chef kommt das schlechte Abschneiden deutscher Schulen nicht von ungefähr. Die Kritik an der Arbeitsweise und Haltung vieler Lehrkräfte klingt ein bisschen wie „setzen, Sechs“. Hand aufs Herz: Wie schafft man es als Schulleiter, seine Mitarbeitenden unter diesen Umständen bei Laune zu halten? 
Ganz ehrlich, sowas wie die Äußerungen von Schleicher sind wenig hilfreich. Auch Wochen später rumort und grummelt es im Kollegium spürbar. Dabei weiß jeder, der an einer Schule tätig ist, um die Kluft zwischen Bildungsforschung und Realität. Salopp gesagt: Die kriegen doch gar nicht mit, was bei uns läuft.