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Dienstag, 11. August 2026

„Bildungspolitisch gewollte Entwicklung“ - ein Studiendirektor erzählt

Seit 32 Jahren unterrichtet der Studiendirektor Deutsch und vor allem Musik am Gymnasium einer westfälischen Kleinstadt. Er ist Teil der erweiterten Schulleitung und verantwortlich für die künstlerische Koordination. Im Folgenden berichtet er anonym von seinen Erfahrungen im Schulalltag.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Einser-Wunder an Bayerns Gymnasien

München
– Am vergangenen Freitag herrschte an den bayerischen Gymnasien Jubelstimmung. Die Abiturzeugnisse wurden verliehen, an vielen Schulen gab es die besten Schnitte der Geschichte. 2,12 ist die neue Bestmarke am Gymnasium Geretsried, 2,0 die am Anne-Frank-Gymnasium Erding, 2,02 die am Gymnasium Schongau, sogar 1,91 waren es am Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching. Es hagelte Einser-Abiture. Neun von 96 Abiturienten in Unterhaching schafften die Traumnote 1,0. Am Viscardi-Gymnasium Fürstenfeldbruck hat fast jeder Zweite eine 1 vor dem Komma, die Schulleiterin staunte: Das toppe „alles bisher Erreichte“. Am Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien am Chiemsee schlossen 20 der 87 Abiturienten besser als 1,5 ab, sechs davon mit 1,0. 

Donnerstag, 23. April 2026

Hochschulpräsident sieht „Noteninflation“ im Abitur – und beklagt „eklatante Mängel“ bei Gen-Z-Absolventen

Die Abinoten werden besser, doch werden es auch die Absolventen? Der Deutsche Hochschulverband rügt, mehrere Fähigkeiten hätten sich „spürbar verschlechtert“. Mit Folgen.

In ganz Deutschland starten dieser Tage die Abiturprüfungen. Das Wort Abitur stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „weggehen“. Mehr als zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler, die das Abi bestehen, werden anschließend weggehen – an eine Universität zum Studieren. Im Gepäck: immer bessere Durchschnittsnoten. Doch die Entwicklung sorgt nicht zwangsläufig dafür, dass die Absolventen auch tatsächlich „besser“ sind. Immer häufiger müssten die Unis nachholen, was die Schulen nicht schaffen.

Montag, 13. April 2026

„Wir mussten ein ganzes Buch lesen!“

F
ast ein Drittel: 32 Prozent. Für so viele Rheinland-Pfälzer war das Thema Bildung bei der diesjährigen Landtagswahl wahlentscheidend. In Baden-Württemberg waren es „nur“ 19 Prozent gewesen. Daran, dass den Deutschen heftig auf den Nägeln brennt, was ihre Kinder und Enkel in der Schule lernen (und was nicht), kann kein Zweifel bestehen.
Doch was lernen sie eigentlich? Und was nicht? Dass es um die Bildung in deutschen Landen nicht zum Besten bestellt ist, legen die regelmäßig erhobenen Daten der Pisa-Studie nahe. Die Befunde sind weder im internationalen noch im chronologischen Vergleich schmeichelhaft. Die Daten der letzten Erhebung 2025 harren noch der Veröffentlichung. Ob sie besser sein werden als zuletzt, weiß noch kein Mensch, aber die Metrik der 2022er Studie war niederschmetternd.

Sonntag, 22. März 2026

„Gymnasien sind die neuen Hauptschulen“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“. 

Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Deutschunterricht: Lehrer, die ihren Schülern nichts mehr zutrauen

Eigentlich waren die Klassiker in einfacher Sprache für den Deutschunterricht an allen Schulen gedacht, aber nicht für die Gymnasien. Inzwischen nutzen Deutschlehrer sie auch für die Oberstufe des Gymnasiums. Denn das in vielen Ländern mehr oder weniger zugangsfreie Gymnasium ist längst zu einer Art Einheitsschule geworden, die mit unterschiedlichsten Schülern und Sprachniveaus zurechtkommen muss. Wie sehr auch die Gymnasien in den Sog der Abwärtsspirale bei den Bildungsleistungen geraten sind, hat der letzte Ländervergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen gezeigt. 

Dienstag, 20. Januar 2026

Studierunfähig mit Abi? Professor erhebt schwere Vorwürfe

Bernhard Krötz ist Mathematikprofessor – und Kämpfer gegen den Niedergang des deutschen Bildungssystems. In seinen Vorlesungen wie auf YouTube nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er warnt vor „didaktischer Verblödung“, ideologisch aufgeweichten Lehrplänen und einer Studentenschaft, die zwar ein Abitur besitzt, aber oft weder lernfähig noch lernwillig ist.

 

Donnerstag, 11. September 2025

Hans Peter Klein: Wie das Abitur abgewertet wird

Keinen Schüler enttäuschen, das Niveau senken und allen Bestnoten geben: Diese Entwicklung in Deutschland kritisiert der Didaktiker und Bildungsforscher Hans Peter Klein, der von einer „Abi-Inflation“ und einem „Discount-Abitur“ spricht.
 

Donnerstag, 14. August 2025

Die wundersame Vermehrung der Bestnoten und -Abiture

Alle Jahre wieder tauchen spätestens im Sommer in nahezu allen Presseorganen in Deutschland Berichte von der wundersamen Vermehrung der Einser-Abiture und auch der Durchschnittsnoten im Abitur auf.In der Presse werden Beispiele von Schulen mit 10,4 Prozent 1,0-Abituren und 52,1 Prozent Einserabituren bei allgemeinen Durchschnittsnoten von 1,95 aufgeführt (Gelnhausener Neue Zeitung). Könnte man dies noch als Einzelfall abtun, wird man beim Blick in die statistischen Ergebnisse einiger Bundesländer eines Besseren belehrt: Thüringen hat 2024 einen Anteil der Abiture mit einer Eins vor dem Komma von 40,7 Prozent. Sachsen mit 34,7 Prozent und Brandenburg mit 34,6 Prozent stehen dem kaum nach. Da fallen die entsprechenden Ergebnisse in einigen westlichen Bundesländern für Nordrhein-Westfalen mit 27,7 Prozent, Rheinland-Pfalz mit 25,3 Prozent oder Schleswig-Holstein 23,5 Prozent eher bescheiden aus.
Vergleicht man die Ergebnisse mit denen von vor fünf Jahren, stellt man eine kontinuierliche Steigerung fest. Anscheinend werden die Abiturienten immer schlauer. Und dies trotz Corona, trotz erheblich zunehmender Heterogenität in den Lerngruppen der Schulen, die seit 2015 in Brennpunktgegenden vor allem deutscher Großstädte pädagogisch kaum noch zu bewältigende Ausmaße erreicht hat. 
Dass mit dieser Entwicklung etwas nicht stimmt, kann man der Presse entnehmen: Von „Abiinflation“, von „Discount-Abitur“ oder „Abitur light“, von Studienberechtigung bei immer weniger Studierbefähigung, von Zeugnissen als ungedeckten Schecks, von Quote statt Qualität, von pädagogischer Gefälligkeit, von Vorgaukeln der Studierfähigkeit u.a. ist die Rede. Man verweist auf die kontinuierliche Abwärtsspirale in den PISA-Ergebnissen seit 2015, die den erzielten Ergebnissen auf den Abiturzeugnissen diametral widersprechen. Wie konnte es zu dieser Entwicklung kommen? 

Mittwoch, 13. August 2025

Bildungsforscher: Schularten verlieren ihr Profil

Der Augsburger Bildungsforscher Klaus Zierer sieht das Profil verschiedener Schulabschlüsse durch die zunehmende Bedeutung des Abiturs bedroht. «Wir haben viele Berufe akademisiert, denen das nicht guttut», sagte Zierer der «Süddeutschen Zeitung». Dadurch entwerte man im Umkehrschluss jene Berufe, für die es kein Abitur brauche und die für die Gesellschaft oft einen höheren Wert hätten.

Sonntag, 3. August 2025

Immer mehr Abiturienten brauchen Nachhilfe für die Uni

Berlin
– Immer mehr Studienanfängern mangelt es an entscheidenden Voraussetzungen fürs Studium! Das kritisiert der Deutsche Philologenverband und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Dabei hieß es noch vor Kurzem noch, Deutschlands Abiturienten würden immer klüger ... 
„Im Vergleich zu früheren Jahren gibt es eine Flut an Einser-Abis“, sagt Verbandspräsident Stefan Düll der „Rheinischen Post“, auch bei Durchschnittsnoten zwischen 1,1 und 1,9 gebe es einen deutlichen Anstieg. Zwar sei das Abitur „nichts, was einem hinterhergeworfen wird“, so der Lehrerchef. Dennoch dürfe an der Qualität „nicht weiter herumgedoktert“ werden. Andernfalls sei nicht mehr garantiert, dass das Abi auch ein Ausweis der „Studienbefähigung“ darstelle. 

Sonntag, 27. Juli 2025

„Flut an Einser-Abis“: Lehrerverband schlägt Alarm – Zahlen aus Ostdeutschland stechen hervor

Berlin
– In Deutschland hat sich eine Diskussion um die wachsende Anzahl von Einser-Abitur-Abschlüssen entfacht. Bildungsexperten und Politiker warnen vor einer möglichen Entwertung des höchsten deutschen Schulabschlusses, während andere die Entwicklung als Zeichen eines verbesserten Bildungssystems sehen. 

Sonntag, 1. Juni 2025

Wie ein Abi-Phänomen die Abschlüsse der Gen Z entwertet: „Ansprüche sind stark gesunken“

Wie ein Abi-Phänomen die Abschlüsse der Gen Z entwertet: „Ansprüche sind stark gesunken“ Die Gen Z erzielt immer bessere Noten, doch ein Experte schlägt Alarm. Ist die schulische Leistung wirklich so gut, wie sie scheint? Ist die Gen Z faul? „Nein“, sagte Investor Carsten Maschmeyer jüngst im Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Die Gen Z ist nicht faul“. Vielmehr, so Maschmeyer, „sind sie einfach anders und haben abweichende Prioritäten.“ Maschmeyer bezog seine Aussagen vor allem auf die Arbeitswelt. Wie aber sieht es in der Schule aus? 

Mittwoch, 14. Mai 2025

War das Mathe-Abitur 2025 zu schwer?

Das Mathe-Abitur in Berlin war zu schwer, heißt es auf der Petitions-Plattform Change.org mit einem Ausrufezeichen dahinter. Jenes in Hamburg auch, erfährt man beim Weiterblättern, in Bayern und Baden-Württemberg ebenfalls, in Hessen und Sachsen gleichermaßen. Zählt man durch, erweist sich: Zu jedem Bundesland gibt es auf der Plattform eine Mathe-Petition, allesamt ähneln sich auffällig in der Benennung des Problems („Aufgaben zu komplex“), nur in der Dramatisierung wird variiert.

Donnerstag, 20. März 2025

Ex-Lehrerpräsident Kraus: „Wir haben unser Bildungssystem selbst kaputt gemacht“

Josef Kraus war 30 Jahre lang Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Er weiß um die Fehler im deutschen Bildungssystem und sagt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau: „Die Ansprüche sind stark gesunken.“ Das hänge auch mit falschen Schlüssen aus den Pisa-Studien zusammen. „Manche sind geradezu besoffen von Pisa-Ergebnissen“, sagt Kraus, der gerne auch vom „Pisa-Schwindel“ spricht und bei Jugendlichen einen „geografischen und historischen Analphabetismus“ beobachtet. Was meint er damit? 

Dienstag, 10. September 2024

Die Leistungen werden immer schlechter, die Noten immer besser

Das Gymnasium ist heute die beliebteste und erfolgreichste Schulform. In den Großstädten sind weit über 50 Prozent der Schulabgänger Abiturienten. Auch in meinem ländlich geprägten Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Bremen und Hamburg haben wir mittlerweile die 40-Prozent-Marke erreicht. Tatsache ist aber auch, dass die Leistungen immer schlechter und die Noten immer besser werden. Ein Paradox, das sich nur darauf zurückführen lässt, dass die Leistungsansprüche gesunken sind. Dies ist das Ergebnis eines langen gesellschaftlichen Prozesses, an dem Politik und Wirtschaft gleichermaßen beteiligt waren. 

Donnerstag, 9. Mai 2024

Gymnasiallehrer beklagen Inflation von Einser-Abitur

Aus Sicht der Gymnasiallehrer in Niedersachsen geht es mit dem Niveau der Abiturprüfungen bergab. «Der Wert der Allgemeinen Hochschulreife befindet sich im Sinkflug, da müssen wir bundesweit gegensteuern», forderte der Vorsitzende des Philologenverbands (PHVN), Christoph Rabbow, am Mittwoch. Die Abiturjahrgänge würden scheinbar immer besser. Eine Inflation der Zeugnisse mit einer Eins vor dem Komma führe aber zu einer Verzerrung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. «Unsere niedersächsischen Schülerinnen und Schüler haben nach 13 Schuljahren eine faire Leistungsbewertung verdient, da nur diese bei der Wahl von Ausbildung und Studium eine verlässliche Bewertungsgrundlage bieten kann. Leistung muss sich lohnen», sagte Rabbow. 

Freitag, 8. März 2024

"Wenn Sie keinen Stress haben wollen, geben Sie gute Noten."

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Berlin-Neukölln hat im aktuellen Schuljahr einen Anteil von Schülern mit nichtdeutscher Herkunftssprache von 92,4 %. In vielen Grund- und weiterführenden Schulen in Neukölln sieht es genauso aus. Da ist natürlich die Frage berechtigt, welche Folgen das für Unterricht und Lernerfolg hat. Dr. Klaus Rüdiger von KONTRAFUNK hat sich dazu mit dem Neuköllner Lehrer Patrick Mastrandrea unterhalten.

Herr Mastrandrea, ich begrüße Sie.

Ich grüße zurück, Herr Rüdiger. 

Samstag, 9. Dezember 2023

Pisa-Schock: Bildungshistoriker fordert härtere Bewertung

Aus der deutschen Schule ist ein Problemkind geworden. Bildungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth spricht über die Gründe für den Abstieg des einstigen Musterschülers – und sagt, warum er eine strengere Benotung fordert. 

Sonntag, 24. September 2023

Abitur in NRW 2023: 2000 junge Leute erreichen 1,0-Schnitt

2000 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 gemacht. Für diese außergewöhnliche Leistung wurden die Spitzen-Absolventinnen und -Absolventen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller (beide CDU) mit einer Urkunde und einem 20 Euro-Büchergutschein geehrt. 
«Um eine solch außergewöhnliche Leistung zu vollbringen, sind neben Talent und Begabung viel Fleiß, harte Arbeit und sicherlich die eine oder andere Entbehrung notwendig gewesen», hieß es in einem Schreiben von Wüst und Feller an die Absolventen. 
Geehrt wurden auch 14 Geschwisterpaare und 28 Absolventinnen und Absolventen mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, die eine Abschlussnote bis 1,3 erreicht hatten. 2022 hatte laut Statistik der Kultusministerkonferenz in jedem Bundesland mindestens jeder vierte Abiturient eine Durchschnittsnote von 1,0 bis 1,9, was unter anderem mit der Corona-Pandemie begründet wurde. An den herausragenden Abiturergebnissen regte sich aber auch Kritik: Experten warnen vor einer «Noteninflation» - Benotungen könnten dadurch immer weniger Wert sein und der Bildungsstandard zugleich sinken.