Seit 32 Jahren unterrichtet der Studiendirektor Deutsch und vor allem Musik am Gymnasium einer westfälischen Kleinstadt. Er ist Teil der erweiterten Schulleitung und verantwortlich für die künstlerische Koordination. Im Folgenden berichtet er anonym von seinen Erfahrungen im Schulalltag.
Der Wirtschaft fehlen die geeigneten Lehrlinge, an den Universitäten stapeln sich die Studenten - was läuft schief im Land der Dichter und Denker?
Posts mit dem Label Gymnasium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gymnasium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 11. August 2026
Sonntag, 22. März 2026
„Gymnasien sind die neuen Hauptschulen“
Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Der ehemalige Lehrerpräsident Josef Kraus sieht darin einen „Akademisierungswahn“.
Es ist nur ein DIN-A4-Blatt, oft hinter einer Klarsichtfolie versteckt, doch sein Inhalt entscheidet über Biografien. In diesen Wochen halten tausende Viertklässler in Deutschland ihre Übertrittsempfehlung in den Händen. Nahegelegt wird ihnen darauf immer häufiger der Weg aufs Gymnasium. Das liege aber nicht daran, dass die Kinder hierzulande immer schlauer werden, sagt der langjährige Bundeslehrerpräsident Josef Kraus. Er hält die Übertrittszeugnisse für vollkommen überbewertet und warnt im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem „Gymnasial- und Akademisierungswahn“.
Mittwoch, 21. Januar 2026
Neuropsychologe warnt vor „schweren Folgen“ eines niedrigeren Bildungsniveaus
Politikerinnen, Eltern und Pädagogen diskutieren Leseschwächen von Viertklässlern aus benachteiligten Familien und schlechte Pisa-Ergebnisse. Studien zeigen, dass die Kompetenz in der deutschen Sprache unter Kindern und Jugendlichen abnimmt. Textkürzungen und Infoboxen in Goethes „Faust“, schriftliches Dividieren vom Grundschullehrplan streichen – es wirkt, als würden Schulen sich schleichend an ein niedrigeres Bildungsniveau anpassen.
Deutschunterricht: Lehrer, die ihren Schülern nichts mehr zutrauen
Eigentlich waren die Klassiker in einfacher Sprache für den Deutschunterricht an allen Schulen gedacht, aber nicht für die Gymnasien. Inzwischen nutzen Deutschlehrer sie auch für die Oberstufe des Gymnasiums. Denn das in vielen Ländern mehr oder weniger zugangsfreie Gymnasium ist längst zu einer Art Einheitsschule geworden, die mit unterschiedlichsten Schülern und Sprachniveaus zurechtkommen muss.
Wie sehr auch die Gymnasien in den Sog der Abwärtsspirale bei den Bildungsleistungen geraten sind, hat der letzte Ländervergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen gezeigt.
Montag, 3. November 2025
„Eine Drei ist doch eine gute Note!“
Frankfurt – „Ich bin fassungslos und entsetzt“, schreibt Adriana Petrosa unter ein TikTok-Video, in dem sie erzählt, dass sie heute einen Anruf von der Spanischlehrerin ihrer Tochter erhalten habe. Der Grund für den Anruf: Die Siebtklässlerin habe eine Drei im ersten Spanisch-Vokabeltest gehabt. Die Lehrerin habe ihr deswegen geraten, ihre Tochter in den Französischkurs wechseln zu lassen.
Nicht nur wegen der Drei im Vokabeltest, sondern auch weil ihre Tochter in Mathematik und Deutsch auch eine Drei habe. Sie habe ihr gesagt, dass Kinder mit der Note Drei in Hauptfächern ihrer Erfahrung nach schnell dazu neigten, „Dinge aufzugeben und abzubrechen“. Im Französischkurs seien weniger Schüler, da könne ihr Kind doch besser betreut werden.
Freitag, 22. August 2025
Aufnahmetest fürs Gymnasium? Verband dagegen
Der CDU-Vorschlag für Aufnahmetests an Gymnasien stößt beim Philologenverband Niedersachsen (PHVN) auf Ablehnung. Solche Tests brauche es aus Sicht des PHVN ebenso wenig wie ein verpflichtendes Grundschulgutachten, sagte der Vorsitzende Christoph Rabbow.
Mit einer Hauptschulempfehlung aufs Gymnasium zu gehen, sei zwar schon bedenklich. Für diese Kinder gebe es geeignetere Schulformen als das Gymnasium. «Aber wenn jemand mit einer Realschulempfehlung sagt, ich probiere das mal aus, wie es da aussieht und ob ich damit klarkomme – ja, warum denn nicht?»
Entscheidend bei der Wahl der weiterführenden Schule solle der Elternwille bleiben, sagte Rabbow. Darüber hinaus sei es wichtig, die Kinder in den Schuljahren Vier bis Sechs genau zu beobachten und sie dann, wo sinnvoll, auf eine passendere Schulform zu versetzen – und zwar in beide Richtungen.
Donnerstag, 20. März 2025
Ex-Lehrerpräsident Kraus: „Wir haben unser Bildungssystem selbst kaputt gemacht“
Josef Kraus war 30 Jahre lang Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Er weiß um die Fehler im deutschen Bildungssystem und sagt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau: „Die Ansprüche sind stark gesunken.“ Das hänge auch mit falschen Schlüssen aus den Pisa-Studien zusammen. „Manche sind geradezu besoffen von Pisa-Ergebnissen“, sagt Kraus, der gerne auch vom „Pisa-Schwindel“ spricht und bei Jugendlichen einen „geografischen und historischen Analphabetismus“ beobachtet. Was meint er damit?
Dienstag, 11. März 2025
Berlin: Verwaltungsgericht lehnt IQ-Test als Kriterium für Zulassung zum Gymnasium ab
Weil die Noten nicht reichten, wollte eine Berliner Schülerin mit einem IQ-Test beweisen, dass sie klug genug fürs Gymnasium ist. Das Gericht war anderer Meinung: Entscheidend ist, was auf dem Zeugnis steht.
Das Gymnasium gilt als Schulform für die Elite, für die klügsten Köpfe, die talentiertesten Kinder. Doch Intelligenz allein reicht nicht aus, um eine Zulassung zu bekommen. Das hat jetzt das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden und den Antrag einer Schülerin abgewiesen (Az.: VG 3 L 66/25).
Freitag, 7. März 2025
Petition gegen Probetag an Gymnasien: Berliner Vater wendet sich an Bildungssenatorin
Bereits seit einigen Wochen wird der Probetag für Berliner Kinder ohne Gymnasialempfehlung kontrovers diskutiert. Das Probejahr am Gymnasium zum Übergang von der Grund- zur Oberschule wird abgeschafft und durch einen Probeunterricht ersetzt.
Nun richtet sich eine Petition eines Berliner Vaters, Christoph Podewils, gegen diesen Probetag. Der sogenannte „Probeunterricht“ sei „ein verantwortungsloses Experiment der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch auf dem Rücken von 1900 Kindern“, so die Beschreibung auf der Plattform „Openpetition“.
Mittwoch, 5. März 2025
"Viele Kinder erhalten nun keinen Zugang zum Gymnasium" - und das ist auch gut so!
Berlin. Die Kritik an den neuen Regeln zum Übergang aufs Gymnasium reißt nicht ab. Die bisherigen Ergebnisse von den Probetagen für Schüler ohne Gymnasialempfehlung heizen die Diskussion erneut an. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin kritisierte, die neue Regelung verstärke die Auslese beim Übergang aufs Gymnasium.
Freitag, 28. Februar 2025
Hamburg - Mehr Sechstklässler verlassen das Gymnasium
Hamburg. Die Zahl der Gymnasiasten, die in Hamburg nach der 6. Klasse wegen nicht ausreichender Leistungen auf die Stadtteilschule wechseln, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Senats von Mitte Februar auf eine Anfrage der Linken hervor. Zum Schuljahr 2024/2025 gingen 954 Schülerinnen und Schüler nach der 6. Jahrgangsstufe vom Gymnasium zur Stadtteilschule. Im vorangegangenen Jahr waren es 799 und davor 709. Zuvor hatte das «Hamburger Abendblatt» über das Thema berichtet.
«Die Anzahl (...) bewegt sich mit 11,6 Prozent gemessen am Anteil der Schulformwechsel im Jahrgang auf dem Vor-Corona-Niveau (rund 12 Prozent)», teilte die Behörde weiter mit. 364 der 954 Sechstklässler, die wechselten, hatten eine Gymnasialempfehlung.
Mittwoch, 26. Februar 2025
Bildungswunder in Baden-Württemberg - wie man aus 6 Prozent 51 macht
Wer darf aufs Gymnasium und wer nicht? Über die Frage ist in Baden-Württemberg zuletzt viel gestritten worden. Nachdem der neue Leistungstest "Kompass 4" Schlimmes befürchten ließ, haben die Grundschulen offenbar der Wirklichkeit ein Schnippchen geschlagen. Nach Angaben des Kultusministeriums hat nun mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg (51 Prozent) von ihren Lehrkräften eine Empfehlung für das erweiterte Niveau erhalten, sie können also auf ein Gymnasium wechseln. 24 Prozent bekamen demnach eine Empfehlung für das mittlere Niveau, also die Realschule oder die Gemeinschaftsschule. Ein Viertel (25 Prozent) bekam eine Empfehlung für das grundlegende Niveau, also die Hauptschule.
Donnerstag, 20. Februar 2025
Premiere in Berlin: Probeunterricht startet mit 2100 Schülern
Wer ohne Empfehlung aufs Gymnasium will, muss in Berlin seit diesem Jahr an einem Probeunterricht teilnehmen. Sechstklässler, die einen schlechteren Notendurchschnitt als 2,2 haben, aber trotzdem aufs Gymnasium wollen, müssen am Freitag, dem 21. Februar, wenn der Probeunterricht an zwölf Berliner Schulen erstmals stattfindet, ihre Eignung unter Beweis stellen.
Aus der Bildungsverwaltung erfuhr die Berliner Morgenpost am Donnerstagnachmittag, dass sich insgesamt 2099 Schülerinnen und Schüler für den Probeunterricht angemeldet haben. 355 Lehrkräfte stehen demnach zur Durchführung des Probeunterrichts am Freitag bereit.
Sonntag, 12. Januar 2025
Desaströse Ergebnisse im Mathetest beunruhigen Eltern
Die Macher des neuen Mathematik-Tests für Baden-Württembergs Viertklässler hatten offenbar damit gerechnet, dass viele Schülerinnen und Schüler vor Ende der Prüfungszeit alle Aufgaben lösen würden. Denn neben den Testfragen erhielten die Schüler ein Zusatzblatt mit einem Sudoku-Rätsel. Damit sollten sie sich die Zeit bis zum regulären Ende des 45-minütigen Tests vertreiben können.
Doch zum Sudoku kamen die wenigsten, als Ende November 2024 landesweit knapp 100 000 Viertklässler den Test Kompass 4 schrieben. Überraschend viele scheiterten an den Aufgaben oder den Zeitvorgaben. Laut ersten Ergebnissen erreichten im Fach Mathematik nur sechs Prozent der Viertklässler das gymnasiale Leistungsniveau. Dabei lag die Übergangsquote aufs Gymnasium zuletzt bei etwa 44 Prozent. Und nun sagen die Stichproben, dass 86 Prozent lediglich auf Hauptschulniveau rechnen können und acht Prozent auf Realschullevel.
Mittwoch, 11. Dezember 2024
Schülervertretung und GEW berichten von Versagensängsten bei Viertklässlern
Weinende Kinder, Sorgentelefone: Viertklässler in Baden-Württemberg müssen für die verbindliche Grundschulempfehlung für das Gymnasium an neuen Tests teilnehmen. Der Landesschülerbeirat berichtet von »alarmierenden Zuständen«.
Bereits nach den ersten Tests erreichten den Landesschülerbeirat von Baden-Württemberg nach eigenen Angaben »zahlreiche Berichte über alarmierende Zustände«: Grundschulkinder seien während der Tests in Tränen ausgebrochen, und Eltern und Lehrkräfte derart verzweifelt gewesen, dass Sorgentelefone eingerichtet worden seien. Auslöser für den Ärger ist die Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung fürs Gymnasium in Baden-Württemberg und der damit einhergehenden Tests.
Donnerstag, 31. Oktober 2024
"Wenn ich im 5. Schuljahr 30 Kinder in einer Klasse haben, dann machen von denen etwa 15 am Schluss Abitur" - ein Mathematiklehrer packt aus
Die Leistungen in Mathematik befinden sich seit
Jahren im freien Fall. Dies belegen die von der OECD erhobenen PISA-Studien.
Allein der Leistungsrückgang zwischen der PISA-Studie 2018 und 2022 entspricht
einem ganzen Schuljahr. Dies gilt auch für den Bereich des Lesens in der
deutschen Sprache. Deshalb stellt sich automatisch die Frage, ob die
sprachlichen Defizite nicht auch einen negativen Einfluss auf die Leistungen in
Mathematik nach sich ziehen. Mit
Thomas Hechinger, Mathematiklehrer an einem Gymnasium in Baden-Württemberg, sprach
Klaus Rüdiger (KONTRAFUNK) über die Folgen der sprachlichen Defizite für den
Mathematikunterricht.
Montag, 4. März 2024
Schulleiter packt aus - „Der Lehrer denkt sich: Bevor ich Ärger mit der Familie kriege, gebe ich eine Vier"
Der Pisa-Schock sitzt noch immer tief an Deutschland Schulen. Ein Schulleiter packt anonym über die Stimmung aus und benennt die Hauptprobleme: Die Behörden kommen mit überflüssigen Forderungen, die Eltern mit Anwälten und die Schüler zunehmend unerzogen. Und dann sind da auch noch lustlose, faule Lehrer ...
FOCUS online: Für den Pisa-Chef kommt das schlechte Abschneiden deutscher Schulen nicht von ungefähr. Die Kritik an der Arbeitsweise und Haltung vieler Lehrkräfte klingt ein bisschen wie „setzen, Sechs“. Hand aufs Herz: Wie schafft man es als Schulleiter, seine Mitarbeitenden unter diesen Umständen bei Laune zu halten?
Ganz ehrlich, sowas wie die Äußerungen von Schleicher sind wenig hilfreich. Auch Wochen später rumort und grummelt es im Kollegium spürbar. Dabei weiß jeder, der an einer Schule tätig ist, um die Kluft zwischen Bildungsforschung und Realität. Salopp gesagt: Die kriegen doch gar nicht mit, was bei uns läuft.
Samstag, 18. März 2023
„Dafür wird man in Indien belächelt“: Mathe-Professor nimmt deutsches Abitur auseinander
Köln – Es muss etwas passieren im deutschen Bildungssystem. Darin sind sich eigentlich alle einig – Politiker, Lehrer, Eltern und Schüler. Doch es passiert: nichts. Auf den verpatzten Bildungsgipfel von Ministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), an dem fast kein Bildungsminister teilnahm, folgte nun die Kultusministerkonferenz. Es geht darum, das Abitur anzugleichen.
Doch ist die Frage, wie man das Abitur in Bremen und Sachsen-Anhalt vereinheitlicht, wirklich das Problem an deutschen Schulen?
Donnerstag, 2. Juli 2020
Ändert das Abitur – und zwar radikal!
Klaus Hurrelmann ist Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School, University of Governance und Senior Expert am FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie. Dieter Dohmen ist Inhaber und Direktor des FiBS in Berlin.
Mit einem Kraftakt sondergleichen ist es den 16 Bundesländern gelungen, trotz der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen durchzuführen. Die Schulschließungen mit wochenlangem Ausfall des regulären Unterrichts machten es schwierig, praktikable Notlösungen zu finden.
Am Ende hat es irgendwie geklappt, die frischgebackenen Abiturientinnen und Abiturienten können endlich feiern, wenn auch meist nur virtuell. Ihnen und allen Verantwortlichen aus Politik und Schulen kann man erst mal gratulieren.
Freitag, 31. Mai 2019
Mathe-Abi - Noten im Saarland werden verbessert
Saarbrücken. Im Streit um die Prüfungsaufgaben beim diesjährigen schriftlichen Mathe-Abitur können saarländische Schüler jetzt mit besseren Noten rechnen: Die Arbeiten sollten nach einer leicht „milderen” Bewertungstabelle gewertet werden, sodass sich die Note um rund einen Notenpunkt erhöhe, teilte das Bildungsministerium mit. Die Erstkorrekturen hätten gezeigt: Die Klausuren seien im „Anforderungsniveau anspruchsvoll, aber noch angemessen”, jedoch „insgesamt etwas zu umfangreich” gewesen. (dpa)
Abonnieren
Posts (Atom)




.png)












