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Donnerstag, 1. Februar 2024

Finnland - vom PISA-Sieger zum Problemfall

Im Interview mit KONTRAFUNK spricht die Schriftstellerin und Mutter Bile Ratut über die aktuellen Herausforderungen im finnischen Bildungssystem. Trotz des früheren Rufs als "Bildungswunder" zeigen die Pisa-Studien, dass die schulischen Leistungen in Finnland seit Jahren sinken. Ratut berichtet, dass ihre Kinder keine richtigen Zeugnisse mehr erhalten und die Schule stark auf Digitalisierung setzt, während die Qualitätskontrollen abgeschafft wurden.

KURZZUSAMMENFASSUNG:

Chaos im Bildungssystem

Ratut kritisiert die mangelnde Struktur im Unterricht und das Fehlen klarer Leistungsanforderungen. Sie beschreibt, dass die Kinder nicht dazu angehalten werden, ordentlich oder diszipliniert zu arbeiten. Stattdessen wird ein Konzept des "Lernens ohne viel Anleitung" propagiert, das in der Praxis jedoch nicht zu funktionieren scheint.

Lehrer als Autorität

Ratut hebt hervor, dass die Rolle des Lehrers in Finnland herabgestuft wurde. Lehrer werden duzend angesprochen, was ihrer Meinung nach die Autorität der Lehrkräfte untergräbt und zu einem unruhigen Klassenraum führt.

Ideologisierung der Bildung

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Überhandnahme ideologischer Inhalte im Unterricht, die oft zugunsten von Faktenwissen vernachlässigt werden. Ratut fordert, dass die Schule sich wieder auf die Vermittlung harter Bildungsinhalte konzentriert, anstatt ideologische Ansätze zu propagieren.

HIER das vollständige Gespräch:

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Was sagt uns die Studie wirklich?: „Ein Ausstieg aus Pisa könnte sinnvoll sein“

Unterschiedliche Stichproben, falscher Fokus - die Bildungsforscher Heiner Barz kritisiert schon länger die Pisa-Methodik. Statt auf das Ranking zu schauen, solle man sich mit den offensichtlichen Problemen im deutschen Schulsystem beschäftigen. 

Mittwoch, 14. Januar 2015

Finnland will Schülern ab 2016 das Erlernen der Handschrift ersparen

HELSINKI. An solche Szenen aus der Schulzeit erinnern sich viele: Die Lehrerin malt in schönster Schnörkelschrift ein geschwungenes G oder L an die Tafel. Beim Nachmalen im eigenen Heft sehen die Buchstaben dagegen wie ein Gekrakel aus. Die Hausaufgabe: drei Reihen voller G's, vier Reihen L's. In Finnland bleiben Grundschülern diese Fingerübungen bald erspart. Ab dem Herbst 2016 müssen sie die Schreibschrift nicht mehr lernen - und sollen stattdessen dem flinken Tippen auf der Tastatur mehr Zeit widmen.