Samstag, 9. Februar 2019

Türkisch oder Englisch?

Düsseldorf. Englisch hatte es als Fach an den Grundschulen noch nie leicht. Seit 16 Jahren wird es in Nordrhein-Westfalen unterrichtet. Anfangs probeweise für die Klassen drei und vier, 2008 von der damaligen schwarz-gelben Regierung ausgeweitet auf die Klassen eins und zwei. Zum Start des Projekts gab es zu wenige Lehrer. Psychologen und Elternvertretungen gingen auf die Barrikaden, weil sie fürchteten, dass die Kinder durch das neue Fach überfordert werden könnten. Noch heute ist der Fremdsprachenunterricht an Grundschulen umstritten.

Samstag, 2. Februar 2019

„Ein Schülerlabor wäre toll“ - Wenn aus der Brennpunktschule eine "Talentschule" wird

Düsseldorf. Wer in Marxloh aufwächst, hat es nicht leicht. Verwahrloste Häuser, Clan-Kriminalität, alltägliche Gewalt. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Es sind auch Menschen wie Holger Rinn, die den Stadtteil prägen. Rinn ist Schulleiter des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums (EHKG), einer Schule mit rund 870 Schülern. „Wir bekommen immer wieder Schüler, die nicht die besten Voraussetzungen haben, aber am Ende mit einem schönen Schulabschluss aufwarten.“ Jeden Tag stehen die 75 Lehrer vor besonderen Herausforderungen. Die Nachricht, dass ihr Gymnasium nun als Talentschule auserkoren wurde, gibt ihnen einen Schub. Von dem Programm erhofft sich Rinn mehr Bildungsgerechtigkeit. Rinn hat einen Traum: „Ein naturwissenschaftliches Schülerlabor wäre toll.“ 

Samstag, 19. Januar 2019

1100 Grundschullehrer fehlen

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen ist noch immer fast jede dritte Lehrerstelle an Grundschulen nicht besetzt. Von 3445 Stellen seien am Jahresende noch immer rund 1100 offen, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) unserer Redaktion. Das entspreche einer Besetzungsquote von knapp 68 Prozent der ausgeschriebenen Grundschullehrerstellen – nach rund 50 Prozent zur Mitte vorigen Jahres.

Sonntag, 2. September 2018

Zurück in die Schule

Der neue Hund hat ins Wohnzimmer gepinkelt. Gestern war meine erste Reitstunde. Mama und Papa streiten sich viel. Das Zutrauen der Kinder hat Martin Pesch am meisten überrascht. „Die haben mir direkt alles erzählt und waren vom ersten Tag an total offen zu mir.“ Dieser Tag war der 1. Juni. Ein Freitag. Und Martin Peschs erster Tag in seinem neuen Job, als Lehrer an der Grundschule. Eigentlich ist er Diplom-Sportwissenschaftler, spezialisiert auf die betriebliche Gesundheitsförderung von Mitarbeitern großer Unternehmen. Jetzt soll er Kindern Spaß an Bewegung vermitteln. Martin Pesch ist einer von vielen, die das Loch kitten sollen, das in der Grundschullandschaft klafft.

Montag, 20. August 2018

Zu viele Gymnasiallehrer

DÜSSELDORF. Im Kampf gegen den Lehrermangel in NRW prüft das NRW-Schulministerium offenbar Möglichkeiten, Lehrer grundsätzlich flexibler an unterschiedlichen Schulformen einsetzen zu können. „Es gibt auf Sicht deutlich zu viele Gymnasiallehrer in NRW und deutlich zu wenig Lehrer für Grund-, Haupt und Förderschulen. Wir können gar nicht anders, als unsere Lehrer flexibler als bisher auf die Schulformen zu verteilen“, sagte ein hochrangiger Ministerialbeamter unserer Redaktion.

Samstag, 21. Juli 2018

Eltern in die Pflicht nehmen

Die „Forscher“ und „Experten“ und auch die Rundschau schaffen es, in zwei Artikeln und einem Kommentar zum Thema Bildung keinmal, die Eltern der Kinder zu erwähnen. Unser Grundgesetz gibt jedoch in Artikel 6 die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder an die Eltern. Während der Schulzeit teilen sich Eltern und Schule diese Arbeit und Verantwortung. Vor der Schule sind die Eltern allein dafür verantwortlich, ein schulfähiges Kind einzuschulen. Dies alles ist ebenso im Schulgesetz NRW als Schüler- und Elternpflichten festgelegt. Das ist geltendes Recht – und es bestimmt unser Bildungssystem, zu dem in Deutschland immer die Eltern gehören (Ausnahme: volljährige Schüler).

Montag, 9. Juli 2018

Endlich! - Inklusion unter Bedingungen

DÜSSELDORF. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dreht den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern in NRW zurück. „Es wird weiterhin ein flächendeckendes Angebot an Förderschulen geben“, sagte Gebauer. Die noch bestehenden Förderschulen sollen wiederaufgebaut werden, auch die Eröffnung neuer Förderschulen ist wieder möglich. An Förderschulen werden ausschließlich behinderte Kinder unterrichtet. Den Gymnasien soll künftig selbst überlassen sein, inwieweit sie noch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufnehmen.