Dienstag, 25. Mai 2021

"Den jungen Leuten fehlt das Feuer"

Ulla Maass, 64 Jahre, ist Friseurmeisterin mit eigenem Salon in Hamburg, in dem sie derzeit allein arbeitet. Sie schult außerdem seit 16 Jahren Friseure in Deutschland und Österreich. 
»Ich hatte den letzten Azubi vor knapp zehn Jahren. Ich habe es immer so gesehen: Ich durfte von den Besten lernen und mir ist es wichtig, mein Handwerk weiterzugeben. Ich wollte Auszubildende haben, die diesen Weg auch gehen wollten. Aber es ist immer schwieriger geworden, diese Menschen zu finden. Das sehe ich ganz aktuell auch in meinen Seminaren. Ich leite Fortbildungen und besuche viele Salons in ganz Deutschland. Alle haben das gleiche Problem. Den jungen Leuten fehlt das Feuer für den Beruf, es mangelt an Wissbegierde. Woran das liegt? Es ist eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung und es fängt in den Elternhäusern an. 

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Timss-Studie zeigt schwächere Leistungen: Grundschüler fallen international zurück

Die Leistungen der Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland in Mathematik und Naturwissenschaften liegen im internationalen Vergleich im Mittelfeld. In den Naturwissenschaften sind die Kompetenzen dabei in den vergangenen Jahren signifikant zurückgegangen. Das ergibt die internationale Schulstudie Timss, deren Ergebnisse an diesem Dienstagvormittag in Berlin vorgestellt wurden. 
Damit ergibt sich gegenüber den vorangegangen Untersuchungen ein Abwärtstrend: 2016 lagen die Viertklässler aus Deutschland noch in den Naturwissenschaften im oberen Drittel, 2011 in beiden getesteten Bereichen. 2007 hatte Deutschland sogar in Mathematik und in den Naturwissenschaften noch fast mit dem oberen Leistungsviertel mitgehalten. Für die Timss-Studie wurden weltweit mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler aus 58 Ländern getestet, aus Deutschland nahmen 4900 Schülerinnen und Schüler aus 203 Schulen teil. Da die Tests 2019 durchgeführt wurden, bildet die Studie noch keine Auswirkungen der Coronakrise ab, also etwa das wochen- und in manchen Ländern wie den USA monatelange Distanzlernen. 

Sonntag, 16. August 2020

Laptops für Lehrer und günstiges Internet für Schüler

Berlin. Bund und Länder wollen die Digitalisierung an den Schulen angesichts der Corona-Krise mit konkreten Hilfen für Lehrkräfte und Schüler deutlich beschleunigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Kultusministerinnen und Minister aus sieben Bundesländern vereinbarten am Donnerstagabend bei einem Treffen im Kanzleramt, „schnellstmöglich alle Schulen in der erforderlichen Weise an das schnelle Internet anzuschließen, Schülern zu Hause einen bezahlbaren Zugang zum Internet zu ermöglichen und Lehrer mit Endgeräten auszustatten”, wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Anschluss mitteilte. Mit am Tisch saßen Vertreter aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein.

NRW - "Masterplan Grundschule"

Düsseldorf. Grundschüler in Nordrhein-Westfalen starten künftig erst in der dritten Klasse mit dem Englisch-Unterricht. Das ist einer der zentralen Bausteine des „Masterplans Grundschule“, den Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag in Düsseldorf vorstellte. Die fast 2800 Grundschulen in NRW mit rund 650 000 Schülerinnen und Schülern sollen auch mehr Personal bekommen. Gebauer sprach von einem „Meilenstein“. Die Einzelheiten des Plans: 

Donnerstag, 30. Juli 2020

Abiturienten trotz Corona mit besseren Prüfungsnoten

Sachsen. Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben Sachsens Abiturienten im Jahr 2020 den besten Notendurchschnitt der letzten Jahre erzielt. Nach Abschluss der Prüfungen liegt er bei 2,16 und ist somit gegenüber dem Vorjahr mit 2,20 noch einmal leicht besser, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Dresden mitteilte. 
Von den 10 252 (Vorjahr: 10 507) zur Abiturprüfung 2020 zugelassenen Schülern an den Gymnasien erreichten 10 014 die allgemeine Hochschulreife. Damit liegt die Bestehensquote bei 97,73 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr (97,36 Prozent) leicht gestiegen. «Trotz der Krisensituation haben die Abiturienten in häuslicher Lernzeit ihre Hausaufgaben erfüllt und sich gut auf die Prüfungen vorbereitet. Dass sie dabei sogar den besten Durchschnitt in einem sächsischen Abitur erreicht haben, spricht für die Schüler und die Lehrer, die ihre Schützlinge bestens vorbereitet haben», teilte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) mit. Der Durchschnitt sei für ihn jedoch nicht entscheidend, so Piwarz. Wichtiger sei, dass die Abiturienten einen richtigen Abschluss mit Prüfungen in der Tasche haben, ohne «Corona-Stempel».

Freitag, 10. Juli 2020

Erstsemestern ist das Mathe-Lehramtsstudium in Bonn zu schwierig

Bonn. Exzellenz in Forschung und Lehre ist gut und schön. Aber was nützt sie, wenn Studenten dabei nicht mitgenommen werden? Schon bei der Kür zur Exzellenz-Universität im vergangenen Jahr hatten Vertreter des AStA deshalb gemahnt, die Mehrheit der Studenten mit Blick auf die Hochleistungsforschung nicht zu vergessen. Jetzt haben sich Erstsemester für das Mathematik-Lehramt an die Hochschul-Redaktion des General-Anzeigers gewandt. „Schon in den ersten Monaten hat uns die Universität gezeigt, was »Exzellenz« bedeutet“, schreibt die Verfasserin, die lieber anonym bleiben möchte, und beklagt „viel zu anspruchsvolle Vorlesungen mit Bachelorstudierenden und kaum lehramtsspezifische Veranstaltungen, die wöchentliche Abgabe von Übungszetteln, an denen man über zehn Stunden sitzt, und Matheklausuren, in denen mehr als jeder Zweite durchfällt“. Schließlich seien von den fast 100 Mathematik-Lehramtsstudierenden zu Beginn des letzten Wintersemesters nicht einmal 30 übrig. Die Verfasserin ist entsprechend enttäuscht. Sie schreibt: „Dabei wollen wir »nur« Mathelehrer werden, die in Deutschland so dringend gesucht werden.“

Donnerstag, 2. Juli 2020

Ändert das Abitur – und zwar radikal!

Klaus Hurrelmann ist Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School, University of Governance und Senior Expert am FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie. Dieter Dohmen ist Inhaber und Direktor des FiBS in Berlin. 

Mit einem Kraftakt sondergleichen ist es den 16 Bundesländern gelungen, trotz der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen durchzuführen. Die Schulschließungen mit wochenlangem Ausfall des regulären Unterrichts machten es schwierig, praktikable Notlösungen zu finden. Am Ende hat es irgendwie geklappt, die frischgebackenen Abiturientinnen und Abiturienten können endlich feiern, wenn auch meist nur virtuell. Ihnen und allen Verantwortlichen aus Politik und Schulen kann man erst mal gratulieren.