Montag, 13. März 2023

Abi kann bald jeder? Bildungsexperten warnen!

Deutschland
- Welchen Wert besitzt das Abitur heutzutage eigentlich noch? Was auf den ersten Blick wie eine überhebliche und abschätzend formulierte Frage daherkommt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als berechtigte Sorge in hohen Bildungskreisen. Ebenso ist eine Debatte um inflationär verteilte Einser-Abis neu entfacht worden. Experten fordern ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Was sagt es über eine Gesellschaft aus, die im internationalen Bildungsvergleich immer schlechter dasteht, aber so viele Einser-Abiturienten zählt wie nie zuvor? 

Montag, 6. März 2023

Anteil der Jugendlichen ohne Abschluss stagniert seit Jahren

Zehntausende Jugendliche beenden Jahr für Jahr ihre Schulzeit, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Obwohl einige Bundesländer Fortschritte gemacht haben, stagniert der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss seit Jahren bei etwa sechs Prozent. Das geht aus einer Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. „Unsere Gesellschaft kann es sich angesichts des wachsenden Fachkräftemangels nicht leisten, diese Personen durchs Raster fallen zu lassen“, wird Klemm von der Stiftung zitiert. Der Bildungsforscher machte einen Zehn-Jahres-Vergleich von 2011 bis 2021 - neuere Daten lagen demnach nicht vor, als die Studie erstellt wurde. 
2021 standen rund 47 500 Schülerinnen und Schüler am Ende ohne Hauptschulabschluss da, das entspricht einem Anteil von 6,2 Prozent. 2011 waren es 6,1 Prozent gewesen. Bis 2013 sank die Quote auf 5,7 Prozent, seitdem stieg sie wieder an - bis auf einen „Knick“ im Jahr 2020, der laut der Studie einem „zurückhaltenden Umgang mit Schulleistungen“ während der belastenden Pandemie geschuldet ist. Jungen und Heranwachsende mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind demnach besonders gefährdet. Laut der Studie machten Mädchen Stand 2020 nur 38 Prozent der Schulabgängerinnen ohne Abschluss aus. 

Montag, 12. Dezember 2022

Grundschüler-Versagen zwingt uns zu Rückbesinnung auf erfolgreiche Lernmethoden

In allen Bundesländern sind die Leistungen der Grundschüler zurückgegangen. Es ist Zeit für eine Rückbesinnung auf erfolgreiche Lernmethoden. Die Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) über die Leistungen unserer Grundschüler in Mathematik und Deutsch (2021) hat alarmierende Befunde gebracht. In allen 16 Bundesländern sind die Leistungen gegenüber den Testergebnissen von 2011 (in Rechtschreibung: 2016) zurückgegangen. Alarmierend ist vor allem, dass die Zahl leistungsstarker Schüler genauso abgenommen hat wie die die Zahl derer, die den Regelstandard erreichen. Bayern und Sachsen behaupten zwar weiterhin die Spitze, allerdings haben sich auch in diesen Ländern die Schülerleistungen verschlechtert. Die Rote Laterne teilen sich wie schon in den Vorjahren Bremen und Berlin. Zu den beiden notorischen Verliererländern gesellt sich neuerdings Brandenburg. Seine Schüler sind auf den Leistungsstand der beiden Schlusslichter abgesunken. 
Wie krass das Versagen der Grundschüler ist, zeigen die Ergebnisse in Rechtschreibung. In Bremen erreichen 42,0 Prozent der Schüler nicht den Mindeststandard, in Berlin sind es 46,1 Prozent und in Brandenburg 45,7 Prozent. Der Mindeststandard in Orthografie markiert die Scheidelinie zum Analphabetismus. 

Montag, 17. Oktober 2022

NRW deutlich unter Schnitt - Viele Viertklässler können schlecht schreiben und rechnen

Auch das ZDF verfehlt "Mindeststandard"...
Düsseldorf - Immer mehr Grundschulkinder in Nordrhein-Westfalen haben Probleme in den Fächern Mathe und Deutsch. Im Fünf-Jahres-Vergleich sind die Viertklässler in ihren Kompetenzen in diesen Fächern deutlich zurückgefallen. Das zeigt eine am Montag von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellte Studie, die im Abstand von fünf Jahren den Stand bei den Schülern repräsentativ untersucht. Bereits im Juli waren die Zahlen für ganz Deutschland vorgestellt worden. Jetzt folgte ein Vergleich nach Bundesländern. 

Samstag, 9. Juli 2022

Vorsitzender von Lehrerverband will Leistungsprinzip zurück

Der Vorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg, Ralf Scholl, plädiert für die Rückkehr zum Leistungsprinzip im Unterricht. «Was wir an unseren Schulen brauchen, und was gar nichts kosten würde, ist die klare Ausrichtung: «Leistung muss sich wieder lohnen»», schreibt Scholl in einem Gastbeitrag für die «Badischen Neuesten Nachrichten» und das «Badische Tagblatt» (Samstag). «Schule ist ohnehin immer ein Schonraum, auch mit diesem Leistungsprinzip. Aber sie darf nicht zu einem alleinigen Schonraum verkommen.»

Mittwoch, 6. Juli 2022

Kölns Viertklässler immer schlechter im Fach Deutsch

Köln - Das Kölner Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache fordert dringend eine intensivere sprachliche Förderung in Grundschulen, betont Institutsdirektor Professor Michael Becker-Mrotzek mit Blick auf gravierende Defizite. Die Kompetenzen der Viertklässlerinnen und Viertklässler haben sich besonders im Fach Deutsch deutlich verschlechtert, stellt das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IBQ) in seinem Bildungstrend 2021 im Primarbereich fest. Demnach betreffen die Defizite den Kompetenzbereich Lesen sowie Zuhören und Rechtschreibung. Der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sei enger geworden. Es liege nahe, dass die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen an den Schulen dies verschärft haben, so Becker-Mrotzek. 

Montag, 28. Juni 2021

"Eine Schülerin griff zum Handy, als wir auf die rote Ampel zurollten"

Zu schnell gefahren, die Vorfahrt genommen, zu viele Fragen nicht gewusst: In Deutschland fielen 2017 36,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler durch die Theorieprüfung für den Führerschein. Die praktische Prüfung schafften 28,1 Prozent nicht. Wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zeigen, sind die Durchfallquoten damit so hoch wie in den letzten zehn Jahren nicht: 2008 waren es noch 30,4 Prozent Fahrschüler, die durch die Theorieprüfung fielen und 25,7 Prozent, die den praktischen Test nicht schafften. 
Die Zahlen beziehen sich auf alle Fahrzeugklassen. Verkehrsexperten sagen, dass die theoretische Prüfung nicht schwieriger geworden sei. Auch liege es nicht am Alter: Junge Menschen fallen weniger durch und fahren später sicherer. 
Besonders schlecht stehen angehende Autofahrer in Berlin da: 42,4 Prozent der Verkehrsschülerinnen und -schüler bestanden 2016 die theoretische Prüfung nicht. Beim Praxistest fielen 33,7 Prozent durch. Berlin ist damit eines der Schlusslichter. Dominic Blume, 38, ist seit zehn Jahren Fahrlehrer in Berlin und leitet eine Fahrschule in Kreuzberg. Er nennt Gründe, warum immer mehr Menschen durchfallen.