Dienstag, 10. September 2024

Die Leistungen werden immer schlechter, die Noten immer besser

Das Gymnasium ist heute die beliebteste und erfolgreichste Schulform. In den Großstädten sind weit über 50 Prozent der Schulabgänger Abiturienten. Auch in meinem ländlich geprägten Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Bremen und Hamburg haben wir mittlerweile die 40-Prozent-Marke erreicht. Tatsache ist aber auch, dass die Leistungen immer schlechter und die Noten immer besser werden. Ein Paradox, das sich nur darauf zurückführen lässt, dass die Leistungsansprüche gesunken sind. Dies ist das Ergebnis eines langen gesellschaftlichen Prozesses, an dem Politik und Wirtschaft gleichermaßen beteiligt waren. 

Dienstag, 3. September 2024

Bloß keine Kritik! Rasenmäher-Eltern ziehen verweichlichte Jugendliche heran

Es ist traurig, wenn die Schönwettergesellschaft einer reichen Gemeinde einem Fußball-Weltmeister vorschreiben will, wie er ihre Kinder trainieren soll. Kein Wunder, also dass Matthäus hingeschmissen hat. Er tat gut daran. Denn seine Kritik offenbart, was schiefläuft bei der Erziehung. Kennen Sie Grünwald? Nein? Dann leben Sie – im Gegensatz zu mir – nicht in Bayern. Was nicht schlimm ist, so ist es nicht gemeint. Verpasst haben Sie ohnehin nichts. 

Montag, 12. August 2024

Drosten meint: Corona-Maßnahmen waren wegen niedrigen „Bildungsniveaus“ in Deutschland notwendig

Der „Chefvirologe“ Christian Drosten behauptet jetzt, die liberale Ausrichtung in anderen Ländern sei während der Pandemie an das hohe Bildungsniveau gekoppelt gewesen – das hier nicht vorherrscht. Nach der Veröffentlichung der durchgestochenen Krisenstabsprotokolle des Robert-Koch-Instituts jagt Christian Drosten einem Skandal nach dem anderen hinterher. Jetzt behauptet der Virologe im Interview mit der NZZ, die Schweiz habe im Vergleich zu Deutschland liberalere Maßnahmen gegen Covid-19 rechtfertigen können, weil die Menschen dort gebildeter seien.

Donnerstag, 25. Juli 2024

Schulabbrecher-Zahl steigt spürbar – die Bildungsmisere unter Kretschmanns Ägide

Baden-Württemberg
beklagt seit Längerem das absackende Leistungsniveau seiner Schüler, doch ein Gegenlenken will der grün-schwarzen Landesregierung nicht recht gelingen. Die Ergebnisse regelmäßiger Vergleichstests bleiben alarmierend, was Leseverständnis, Sprachkompetenz oder mathematische Grundkenntnisse angeht. 
Und eine andere Entwicklung, auf die jetzt eine Datenanalyse des Südwestrundfunks (SWR) aufmerksam macht, gibt fast noch mehr Anlass zur Sorge: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ganz ohne Abschluss. Zwar ist das ein Trend, der seit 2013 bundesweit zu beobachten ist. Doch ausgerechnet das einstige „Schafferländle“ Baden-Württemberg liegt mittlerweile über Bundesdurchschnitt – ebenso wie das benachbarte Rheinland-Pfalz. 

Donnerstag, 9. Mai 2024

Gymnasiallehrer beklagen Inflation von Einser-Abitur

Aus Sicht der Gymnasiallehrer in Niedersachsen geht es mit dem Niveau der Abiturprüfungen bergab. «Der Wert der Allgemeinen Hochschulreife befindet sich im Sinkflug, da müssen wir bundesweit gegensteuern», forderte der Vorsitzende des Philologenverbands (PHVN), Christoph Rabbow, am Mittwoch. Die Abiturjahrgänge würden scheinbar immer besser. Eine Inflation der Zeugnisse mit einer Eins vor dem Komma führe aber zu einer Verzerrung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. «Unsere niedersächsischen Schülerinnen und Schüler haben nach 13 Schuljahren eine faire Leistungsbewertung verdient, da nur diese bei der Wahl von Ausbildung und Studium eine verlässliche Bewertungsgrundlage bieten kann. Leistung muss sich lohnen», sagte Rabbow. 

Sonntag, 21. April 2024

Deutschland hat mehr Akademiker, aber auch einen Höchststand an jungen Menschen ohne Berufsabschluss

Das Handwerk sucht händeringend Nachwuchs. Auf dem Bau und in der Gastronomie bleiben viele Lehrstellen unbesetzt. Der Fachkräftemangel in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen und wird zu einer entscheidenden Wachstumsbremse. Doch gleichzeitig nimmt seit dem Jahr 2015 die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss stetig zu. Im vergangenen Jahr lag sie auf einem Rekordhoch. Damit ist ein wachsender Teil junger Menschen abgehängt – ohne berufliche oder akademische Ausbildung. Deutschland nimmt bei dieser Negativentwicklung unter der OECD-Ländern eine Schlussposition ein. Dieser Trend ist sowohl für den Arbeitsmarkt als auch für die Gesellschaft hochproblematisch. Während die Arbeitslosenquote insgesamt im vergangenen Jahr bei rund 5,7 Prozent lag, waren es bei den Ungelernten fast 20 Prozent. Schon jetzt haben rund 70 Prozent der Langzeitarbeitslosen keine abgeschlossene Ausbildung. Etwa die Hälfte von ihnen sind Migranten.

Donnerstag, 4. April 2024

„Ich hatte jeden Tag Angst vor dieser Schul-Hölle“

„Das hier war für mich die Hölle“
, sagt die 64-Jährige als sie zur Mittelschule Reichenbach blickt. Hier wollte die Frau, die einst Archäologie und Kunstgeschichte studiert hatte, eigentlich ihren großen Traum verwirklichen: Lehrerin werden, Kunst und Deutsch unterrichten und die letzten beiden Jahre vor der Rente etwas wirklich Sinnvolles tun. Monate später bleibt nur Verbitterung.