Mittwoch, 11. Juli 2012

Schneider, bleib bei deinen Leisten!

DÜSSELDORF.  Immer mehr Studenten in NRW (4,2%)  haben kein Abitur als Zugangsvoraussetzung für ein Studium. Dies feiert NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) als Folge die Bemühungen der Landesregierung für mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem. Gleichzeitig empfiehlt er Realschülern, sie "sollten verstärkt in die betriebliche Berufsausbildung gehen, statt Kurven an den Berufskollegs zu drehen, um dort einen Studienzugang zu erreichen“, um so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Lehrer fürchten Aus für Realschulen

DÜSSELDORF. Die Gewerkschaft lehrer nrw sieht die Zukunft der bisher 539 Realschulen massiv bedroht. "Es gibt eine Tendenz, dass Realschulen geschlossen werden." Gleichzeitig warnte die Landesvorsitzende Brigitte Balbach, dass die neue Sekundarschule in NRW zu einer "Gesamtschule light" wird.

Samstag, 30. Juni 2012

Neues aus Löhrmanns Experimentalküche (2)

zurück in die Zukunft?
DÜSSELDORF. Frau Löhrmann hat offenbar immer noch nicht verstanden, dass die absolute Mehrheit der Wahlberechtigten sie und ihre Koalitionspartnerin Frau Kraft NICHT gewählt hat, was wohl kaum als Zustimmung zu ihrer "erfolgreichen" Schulpolitik gewertet werden dürfte. Nichtsdestotrotz fährt sie unbeirrt fort, wie eine Abrissbirne die Bildungslandschaft in NRW dem Erdboden gleichzumachen (was der SPD in 30 Jahren mit der Gesamtschule nicht gelungen war): Hauptschule platt, die Realschule auf der roten Liste, die Gesamtschule als Produktionstätte einer fragwürdigen "Hochschulreife" und das Gymnasium als letzte Bastion der Leistungsfähigen und -willigen! Gleichzeitig läuft ein Schulversuch mit Gemeinschaftsschulen, die mittlerweile schon wieder von der Sekundarschule überflüssig gemacht wurden. 

Freitag, 29. Juni 2012

Leserbrief: Früher war es schwieriger

Ein Leser der Kölner Rundschau macht sich Gedanken über den Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der Zahl der Abiturienten.
In der Ausgabe vom 23. Juni steht, dass das Bildungsniveau in Deutschland steigt, weil es immer mehr Abiturienten gibt. Das ist so nicht richtig. Zwar nimmt die Anzahl höherwertiger Abschlüsse zu: jedoch nicht weil das Bildungsniveau steigt, sondern vielmehr weil es fällt. Oder glauben ernsthaft einige, dass die Schüler früher weniger intelligent waren als die heutigen?
Dank unserer Schulpolitik wird es ja immer schwieriger, einen höheren Abschluss nicht zu schaffen. Zu nennen sind Hürden für Lehrer, die eine schlechtere Note als vier geben wollen; Schulen, die mit dem Ministerium in Konflikt geraten, weil die Sitzenbleiberquote zu hoch ist; Vorgaben bei den Notenkonstellationen und so weiter. Wenn man sich die Schulbücher von vor 20 Jahren anguckt, erkennt man schnell, dass das Anforderungsniveau viel höher war als heute. Viele ältere Lehrer stimmen der Aussage zu, dass die heutigen Schüler diese Aufgaben gar nicht mehr lösen können. Viele größere Betriebe sind aufgrund der schlechten Ausbildung der Schüler dazu übergegangen, ihre Auszubildenden selbst mit Inhalten zu unterrichten, die sie eigentlich in der Schule hätten lernen müssen.
Das macht doch deutlich, dass zwar die höherwertigen Abschlüsse in Deutschland zunehmen, jedoch nur, weil das Anforderungsniveau gesunken ist und damit letztendlich auch das Bildungsniveau. Armes Deutschland!
Markus Schmitt

Mittwoch, 27. Juni 2012

Tor des Monats

In der Sendung "Aktuelle Stunde" (WDR) wurde heute darüber berichtet, dass das Schulministerium NRW unter bestimmten Umständen gestattet hat, den Schulbeginn übermorgen zu verschieben, damit die "lieben Kleinen" nach morgigen dem Halbfinale ausschlafen können. Voraussetzungen sind allerdings, dass kein Unterricht ausfällt und die "Normalkommer" natürlich zu den üblichen Zeiten beschult werden.

Freitag, 22. Juni 2012

Bildungsbericht 2012 - Papier ist geduldig

Heute wurde der neue Bundesbildungsbericht der Öffentlichkeit vorgestellt und - welche Überraschung - es gibt mehr Abiturienten und Studenten (von denen dann jeder vierte sein Studium abbricht).
Diese "Intellektuellenschwemme" haben wir aber nicht, wie jetzt gerne behauptet wird, dem gestiegenen Niveau der Schüler zu verdanken, sondern dem ständig sinkenden Anspruchsniveau in den Schulen bzw. einer leistungsfernen Bewertungspraxis (siehe hier).

Jeder Vierte bricht sein Studium ab

Noch fünf Klausuren hätten gefehlt, dann hätte Sven Lang seinen Bachelorabschluss in Wirtschaftsinformatik in der Tasche gehabt. Doch eine Physikprüfung machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Als er zum dritten Mal durchfiel, wurde er exmatrikuliert. Zu diesem Zeitpunkt war Lang 27 Jahre alt und hatte vier Jahre Studium an der Fachhochschule Südwestfalen hinter sich.
Lang sah sich nach Alternativen um. Infrage gekommen wären zum Beispiel ein Fach- oder Hochschulwechsel in ein anderes Bundesland. In Nordrhein-Westfalen darf Lang keine Wirtschaftsinformatik mehr studieren. Da ihm andernorts jedoch nur wenige seiner Studienleistungen anerkannt worden wären, hätte er ein neues Studium höchstens um ein Jahr verkürzen können. Auch eine normale Berufsausbildung hätte bedeutet, dass er noch einmal drei weitere Jahre bis zur Berufstätigkeit gebraucht hätte.