Dienstag, 11. November 2014

Intellektuelle "Entschlackung" des G8-Gymnasiums

DÜSSELDORF. Eine Woche nach der Abschlusssitzung des Runden Tisches zur Schulzeitverkürzung in Nordrhein-Westfalen hat das Schulministerium gestern Empfehlungen der Experten veröffentlicht. Der 24 Seiten starke Bericht enthält ein Zehn-Punkte-Programm zur Optimierung des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) möchte noch in diesem Jahr den Landtag mit Leitentscheidungen befassen. Die neuen Regelungen sollen möglichst zum nächsten Schuljahr greifen. Die wichtigsten Punkte:

Montag, 25. August 2014

LESERBRIEFE: Inklusion erzeugt noch mehr Unruhe

Zu dem Kommentar von Herrn Eyermann über die Eingliederung der behinderten Schüler in die Regelschulen möchte ich folgendes sagen: Ich bin grundsätzlich dafür, dass behinderte Kinder die gleichen Bildungsmöglichkeiten erhalten, wie die nicht behinderten Schüler. Das Problem beginnt aber schon bei der Feststellung der Behinderung in nur körperlich oder geistig behinderte Kinder. Für nur körperlich behinderte Kinder sehe ich keine Schwierigkeiten in der Lernfähigkeit. Dadurch wäre die Erreichung des Lernziels in der Grundschule nicht gefährdet, auch nicht für die Kinder aus Migrantenfamilien aus Osteuropa und den islamischen Ländern. Für die Grundschüler mit großen Lernschwierigkeiten eignet sich eine Förderschule mit einer geringen Klassenstärke und mit den dafür pädagogisch ausgebildeten Lehrern am besten. Dort werden diese Kinder je nach der Schwierigkeit der Behinderung gefördert und gefordert, um gute Leistungen zu erzielen und in der Berufswelt ihre Chancen zu nutzen. Die Kinder in den Regelschulen erhalten die Möglichkeit, die Lernziele zu erreichen, um auf weiterführenden Schulen ihr Wissen zu erweitern. In der heutigen Berufswelt erhalten die Kinder nur eine Möglichkeit, den erstrebten Beruf zu erlernen. Eine zweite Chance gibt es nicht. 
Holger Köste 

Samstag, 16. August 2014

Reformitis

Kommentar von W. GOEBELS zur Schulpolitik in NRW (Kölnische Rundschau vom 16.08.2014)

Die Reformitis im Bildungssystem überfordert Schüler, Lehrer und Eltern. Turbo-Abitur, Ganztag, Inklusion. Ministerin Löhrmann hat sich einen vollen Stundenplan gebaut. Dass aber die Qualität des Unterrichts und der Schüler sich verbessern, wenn der Umbruch zur Regel wird, muss bezweifelt werden. Bisher rangieren die NRW-Schüler in Vergleichstests weit hinten. 

Montag, 11. August 2014

Verunsicherung vor dem Start

DÜSSELDORF. Eine gute Woche vor Schuljahresbeginn wächst in NRW die Unsicherheit bei Lehrern, Eltern und Schülern. Erstmals gilt dann der Rechtsanspruch auf Inklusion für behinderte Schüler in den Klassen 1 und 5. "Die Schulen fühlen sich schlecht vorbereitet", klagt der Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Dagegen bleibt Schulministerin Sylvia Löhrmann zuversichtlich, dass der Reformstart ins Ungewisse nach der Sommerpause klappt. Ein Hintertürchen hält sich Löhrmann vorsorglich offen: NRW will notfalls nachbessern, falls das gemeinsame Lernen der Schüler hakt.

Samstag, 14. Juni 2014

Und plötzlich ist der Olli schlau

Silvano D’Agostino ist sich so gut wie sicher, dass auf seinem Abiturzeugnis die Bestnote 1,0 stehen wird, wenn er in knapp zwei Wochen sein Zeugnis bekommt. Der Achtzehnjährige besucht die zwölfte Klasse des Hermann-Böse-Gymnasiums in Bremen, und bisher hat er alle nur möglichen Punkte erreicht. Getan hat er allerdings wenig für die Schule: Pro Abiklausur einen Nachmittag lang gelernt. Gereicht hat das locker. Im Herbst wird D’Agostino nach Harvard gehen, er hat ein Stipendium bekommen. 
Vor den Sommerferien ist es wieder so weit. Dann bekommen rund 330 000 Abiturienten in ganz Deutschland ihre Zeugnisse. Seit Jahren sind es so viele, die Quote der Abiturienten liegt stabil bei um die 40 Prozent, während sie vor zwanzig Jahren noch bei 27 Prozent lag. Und damit nicht genug: Wie von Zauberhand werden diese Schüler auch immer besser. 

Freitag, 6. Juni 2014

Eltern kämpfen für die Förderschulen

DÜSSELDORF. Tausende Eltern in NRW kämpfen für den Erhalt von Förderschulen für behinderte Kinder. Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, fürchtet eine "kalte Schließung" von zwei Dritteln der 284 Förderschulen. Die Ursache: NRW hat die Mindestschülerzahl auf 144 festgelegt - bisher war in Ausnahmen eine Mindestgröße von 72 Schülern möglich. "Es werden weiße Flecken in der Förderlandschaft entstehen", sagte Beckmann. 

Dienstag, 6. Mai 2014

Über die Ungerechtigkeit von Schulnoten

Die Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Waltraud Wende, möchte Schulnoten in allen Schulen abschaffen. Als erster Schritt werden Noten in der Grundschule abgeschafft. Zur Begründung schreibt Frau Wende in einem Artikel für die ZEIT, dass Noten unfair sind. Zitat: "Unterschiedliche Lehrkräfte bewerten dieselbe Leistung nicht zwingend mit derselben Note. Allzu oft sind Noten Glückssache!"