Mittwoch, 28. Januar 2026

Wenn die KI die Hausaufgaben macht...

Vincenzo Schettini aus Como in Norditalien ist Professor für Physik sowie Bestsellerautor und setzt sich intensiv mit dem Thema KI auseinander. In einem Interview berichtete er, dass ihm eine Mutter erzählt habe, ihr 14-jähriger Sohn habe ChatGPT benutzt, um einen Aufsatz über den italienischen Schriftsteller Alessandro Manzoni schreiben zu lassen. Schettini bezeichnete dieses Vorgehen als beängstigend und zeigte sich vor allem darüber besorgt, wie unbeschwert manche Eltern damit umgehen. Dies berichtet das italienische Portal "Orizzonte Scuola". 

"Wer mit 14 Hausaufgaben von KI erledigen lässt, bekommt später die Rechnung" 
Seine Kritik sei jedoch keine moralische Verurteilung, sondern eine Warnung vor den langfristigen Folgen: "Wer mit 14 seine Hausaufgaben mit KI erledigt, wird mit 20 die Rechnung dafür bekommen", so der Experte. Der Schüler lerne weder das Schreiben noch das eigenständige Arbeiten. Mit 20 komme er dann ohne Lernmethode an die Universität und scheitere dort. 
Künstliche Intelligenz bezeichnete der Experte als "singende Sirene", deren Lockruf besonders für Jugendliche schwer zu widerstehen sei. Als Gegenstrategie setzt er in seinem eigenen Unterricht bewusst auf wenige, aber gezielte Hausaufgaben. Entscheidend sei der Leistungsnachweis im Klassenzimmer, bei dem die Schüler ohne digitale Hilfsmittel zeigen müssen, was sie wirklich können. 

62 Prozent der Schüler in Deutschland nutzen KI-Tools für Hausaufgaben 
Ein Experiment der Universität von Pennsylvania unterstreicht Schettinis Warnung: Schüler, die ihre Mathe-Hausaufgaben mit ChatGPT gemacht hatten, schnitten später in Prüfungen schlechter ab als diejenigen, die sich komplett ohne KI vorbereitet hatten. Auch in Deutschland erfreut sich KI unter Schülern großer Beliebtheit. 62 Prozent der Jugendlichen nutzen bereits regelmäßig KI-Tools, meistens für Hausaufgaben. Dies kam bei der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest heraus. 

1,5 Millionen Sterne dank KI entdeckt
Es geht aber auch anders: Ein Schüler aus Kalifornien verdankt seine Aussicht auf einen Topjob der KI. Matteo Paz nutzte künstliche Intelligenz, um über 1,5 Millionen unbekannte Weltraumobjekte zu entdecken. Mithilfe seines Hintergrundwissens in theoretischer Mathematik, Programmierung und Zeitbereichsanalyse entwickelte er ein KI-Modell, das die gesamte Suche automatisiert. Das hat auch den NASA-Chef aufmerksam gemacht: Jared Isaacman bot dem Highschool-Schüler nun einen Job und einen Flug mit einem Kampfjet an.

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